Der US-Geheimdienst CIA nutzt einem Medienbericht zufolge offenbar ein Ausbildungszentrum des polnischen Geheimdienstes in Masuren, um Al-Kaida-Gefangene zu verhören. Für die Terrorverdächtigen soll eine abgeschirmte "innere Zone" eingerichtet worden sein, zu der polnische Ermittler keinen Zugang haben.
Wie "sauber" arbeitet die CIA? Weltweit tauchen Fragen nach den Methoden des US-Geheimdienstes auf
Die "innere Zone" sei innerhalb des Ausbildungszentrums des polnischen Geheimdienstes im nordostpolnischen Stare Kiejkuty geschaffen worden, berichtet das Magazin "Stern" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Nach Aussagen eines hochrangigen polnischen Geheimdienstoffiziers aus Kiejkuty nutzen die Amerikaner das Gelände schon seit fünf oder sechs Jahren. Mehrfach lebten Amerikaner für jeweils mehrere Monate dort, heißt es in dem Bericht.
Die innere Zone innerhalb des etwa drei Kilometer langen und eineinhalb Kilometer breiten Camps sei gut 100 Meter lang und etwa 50 Meter breit. Der Bereich sei mit Stacheldraht und einer drei Meter hohen Mauer vom Rest des Geländes getrennt. Sowohl die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch als auch polnische Medien haben wiederholt auf das Geheimdienstzentrum in Stare Kiejkuty als möglichen Standort für ein geheimes CIA-Gefängnis hingewiesen.
Angeblich US-Flugzeuge gelandet
Der Ort liegt abgelegen und ist nur rund 20 Kilometer vom ehemaligen Militärflughafen Szymany entfernt. Im masurischen Szymany sollen seit Ende 2002 wiederholt Flugzeuge gelandet sein, die von der CIA gechartert worden waren. Die polnische Regierung will bis zur kommenden Woche eine Untersuchung zu den angeblichen CIA-Gefängnissen abschließe.
Nach Berichten verschiedener Medien und Menschenrechtsorganisationen hat die CIA Terrorverdächtige in mehrere Länder verschleppt und dort foltern lassen. Unter anderem sollen geheime Gefängnisse der CIA in Polen und Rumänien existiert haben. Beide Länder bestreiten dies.
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