Clinton reagierte damit auf den Rücktritt ihrer prominenten Unterstützerin Geraldine Ferraro, die wegen der Äußerung in die Schusslinie öffentlicher Kritik kam. "Ich lehne das sicherlich ab und ich bedauere zutiefst, dass es gesagt wurde. Sie spricht nicht für meinen Wahlkampf, nicht für eine meiner Positionen, und sie ist aus meinem sehr großen Finanzkomitee zurückgetreten", sagte Clinton.
Ferraro sagte bei ihrem Abgang, ihre Äußerung täte ihr nicht leid. Sie lege ihr Amt nur nieder, um Hillary Clinton vor Angriffen zu schützen. Sie sei bewusst falsch verstanden worden. Im Wortlaut hatte Ferraro gesagt, Barack Obama "wäre nicht in seiner derzeitigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre".
Clinton sprach am Mittwoch noch weitere Entschuldigung aus: Sie bat für eine Äußerung ihres Manns Bill um Verzeihung, der zu Obamas Sieg in South Carolina erklärt hatte, den habe auch der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson bei seinen Bewerbungen 1984 und 1988 errungen. Dies wurde so verstanden, dass Bill Clinton Obamas Erfolg mit dem Verweis auf den politisch zwar einflussreichen, insgesamt aber nicht übermäßig erfolgreichen Jackson relativieren wollte.
"Es tut mir Leid, falls damit irgendjemand beleidigt wurde", sagte Hillary Clinton. "Es war sicherlich nicht so gemeint. Wir können auf beide, Jesse Jackson und Senator Obama, stolz sein." Nach dem harten Nominierungswettkampf werde sich die Demokratische Partei in einer großen Anstrengung einen, kündigte sie an. "Ich habe eine sehr große Zahl von Unterstützern, die für mich stimmten, und ich erwarte, dass sie Senator Obama unterstützen, wenn er der Kandidat wird."
Obama hatte die Äußerungen Ferraros als "lächerlich" und "verquer" zurückgewiesen. Das Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten werde nach Sachthemen und nicht von der Hautfarbe entschieden, sagte Obama. Seine bisherigen Siege bei den Vorwahlen hätten gezeigt, dass er Unterstützung von Menschen verschiedener Hautfarbe und aus unterschiedlichen Regionen habe.
Obama liegt im erbitterten Kampf um die Kandidatur vor der einstigen Favoritin Clinton. Bislang zeichnet sich noch nicht ab, wer von den beiden gegen den Republikaner John McCain antritt. Experten hatten nicht zuletzt angesichts der jüngsten Äußerungen aus dem Clinton-Lager davor gewarnt, dass den Demokraten eine Schlammschlacht drohe. Dadurch sei es möglich, dass sich die Anhänger beider Bewerber bis zu einer Entscheidung völlig zerstreiten könnten.
Obama hatte am Dienstag die Vorwahl der US-Demokraten in Mississippi dank starker Unterstützung der schwarzen Wähler für sich entschieden. Damit baute er seinen Vorsprung auf Clinton weiter aus. Nach Auszählung fast aller Wahlkreise kam Obama auf 61 Prozent, Clinton auf 37 Prozent der Stimmen.
Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei ist damit aber noch nicht entschieden. Am 22. April geht es für die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber in Pennsylvania um die Stimmen von 158 Delegierten. Nach einer CNN-Zählung kommt Obama auf 1611 Delegierte, während Clinton 1480 Stimmen für sich beanspruchen kann. Für eine Präsidentschaftskandidatur sind 2025 Stimmen notwendig.