FTD.de » Politik » International » Clinton entschuldigt sich bei schwarzen Wählern
Merken   Drucken   13.03.2008, 17:22 Schriftgröße: AAA

Clinton entschuldigt sich bei schwarzen Wählern

Während sich ihre Beraterin nur missverstanden fühlt, hat sich Hillary Clinton jetzt bei der schwarzen Wählergemeinde entschuldigt: Ihr tue es leid, dass die Siege ihres Rivalen Barack Obama mit seiner Hautfarbe erklärt worden seien.

Clinton reagierte damit auf den Rücktritt ihrer prominenten Unterstützerin Geraldine Ferraro, die wegen der Äußerung in die Schusslinie öffentlicher Kritik kam. "Ich lehne das sicherlich ab und ich bedauere zutiefst, dass es gesagt wurde. Sie spricht nicht für meinen Wahlkampf, nicht für eine meiner Positionen, und sie ist aus meinem sehr großen Finanzkomitee zurückgetreten", sagte Clinton.

Ferraro sagte bei ihrem Abgang, ihre Äußerung täte ihr nicht leid. Sie lege ihr Amt nur nieder, um Hillary Clinton  vor Angriffen zu schützen. Sie sei bewusst falsch verstanden worden. Im Wortlaut hatte Ferraro gesagt, Barack Obama  "wäre nicht in seiner derzeitigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre".

Clinton sprach am Mittwoch noch weitere Entschuldigung aus: Sie bat für eine Äußerung ihres Manns Bill um Verzeihung, der zu Obamas Sieg in South Carolina erklärt hatte, den habe auch der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson bei seinen Bewerbungen 1984 und 1988 errungen. Dies wurde so verstanden, dass Bill Clinton Obamas Erfolg mit dem Verweis auf den politisch zwar einflussreichen, insgesamt aber nicht übermäßig erfolgreichen Jackson relativieren wollte.

Clinton-Beraterin Ferraro: War ihr kurz schwarz vor Augen?   Clinton-Beraterin Ferraro: War ihr kurz schwarz vor Augen?

"Es tut mir Leid, falls damit irgendjemand beleidigt wurde", sagte Hillary Clinton. "Es war sicherlich nicht so gemeint. Wir können auf beide, Jesse Jackson und Senator Obama, stolz sein." Nach dem harten Nominierungswettkampf werde sich die Demokratische Partei in einer großen Anstrengung einen, kündigte sie an. "Ich habe eine sehr große Zahl von Unterstützern, die für mich stimmten, und ich erwarte, dass sie Senator Obama unterstützen, wenn er der Kandidat wird."

Obama hatte die Äußerungen Ferraros als "lächerlich" und "verquer" zurückgewiesen. Das Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten werde nach Sachthemen und nicht von der Hautfarbe entschieden, sagte Obama. Seine bisherigen Siege bei den Vorwahlen hätten gezeigt, dass er Unterstützung von Menschen verschiedener Hautfarbe und aus unterschiedlichen Regionen habe.

Obama-Clinton-Duell wird zur Schlammschlacht

Bilderserie Bilderserie: Hillary, die Kämpfernatur

Obama liegt im erbitterten Kampf um die Kandidatur vor der einstigen Favoritin Clinton. Bislang zeichnet sich noch nicht ab, wer von den beiden gegen den Republikaner John McCain antritt. Experten hatten nicht zuletzt angesichts der jüngsten Äußerungen aus dem Clinton-Lager davor gewarnt, dass den Demokraten eine Schlammschlacht drohe. Dadurch sei es möglich, dass sich die Anhänger beider Bewerber bis zu einer Entscheidung völlig zerstreiten könnten.

Obama hatte am Dienstag die Vorwahl der US-Demokraten in Mississippi dank starker Unterstützung der schwarzen Wähler für sich entschieden. Damit baute er seinen Vorsprung auf Clinton weiter aus. Nach Auszählung fast aller Wahlkreise kam Obama auf 61 Prozent, Clinton auf 37 Prozent der Stimmen.

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei ist damit aber noch nicht entschieden. Am 22. April geht es für die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber in Pennsylvania um die Stimmen von 158 Delegierten. Nach einer CNN-Zählung kommt Obama auf 1611 Delegierte, während Clinton 1480 Stimmen für sich beanspruchen kann. Für eine Präsidentschaftskandidatur sind 2025 Stimmen notwendig.

  • FTD.de, 13.03.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler