Entscheidend für die Übereinkunft war das Einlenken der USA. Die Regelung bedeutet für US-Fluglinien keine zusätzliche Belastung, da ein Großteil der überalterten Flugzeugflotte ohnehin durch neue, spritsparende Modelle ersetzt werden muss. Zudem soll ein neues Flugleitsystem Effizienzgewinne bringen. Peter Liese, CDU-Umweltpolitiker im EU-Parlament, kritisierte die Vorgaben als zu lasch. Auch die Umsetzung sei fraglich.
"Kein anderer Industriesektor hat so einen weltweit abgestimmten Rahmen, um seine Antwort auf den Klimawandel zu organisieren", sagte dagegen Giovanni Bisignani, Chef des Airlineverbands IATA. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas sprach von einem "wirklichen Durchbruch". Gemischter fiel die Reaktion von Klimakommissarin Connie Hedegaard aus: "Das ist nicht so ambitioniert, wie es aus Sicht Europas nötig wäre." Sie lobte aber, dass auch die Schwellenländer sich an der Stabilisierung der Emissionen beteiligen wollten.
Klimavertrag nicht in Sicht
Der Luftverkehr ist für drei Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich, mit rasant steigender Tendenz. Beim Klimagipfel in Kopenhagen 2009 hatte die EU noch einen verbindlichen Abbau dieser Emissionen um zehn Prozent bis 2020 gefordert.
Ein Weltklimavertrag scheint jedoch ferner denn je: Das letzte Vorbereitungstreffen für den nächsten Uno-Klimagipfel in Mexiko im Dezember endete am Wochenende im chinesischen Tianjin ohne große Fortschritte.
Die ICAO-Resolution erkennt an, dass die EU mit dem bereits beschlossenen Emissionshandel für den Luftverkehr vorpreschen kann. Die US-Delegation gab ihren Widerstand auf. Bedenken meldete China an, hieß es in EU-Kreisen. Auch Fluglinien aus Drittstaaten müssen ab 2012 für Flüge von und nach Europa Emissionsrechte erwerben, sonst droht im Extremfall ein Einflugverbot. Ausnahmen soll es für Airlines aus Entwicklungsländern geben, die Europa nur selten ansteuern.