FTD.de » Politik » International » Columbia Absturz: Nasa untersucht vorrangig Hitzeschutzschild-Theorie

Merken   Drucken   03.02.2003, 18:48 Schriftgröße: AAA

Columbia Absturz: Nasa untersucht vorrangig Hitzeschutzschild-Theorie  

Nach der "Columbia"-Katastrophe erhärtet sich der Verdacht, dass ein Schaden am Hitzeschild der Besatzung der Raumfähre zum Verhängnis geworden ist. Doch auch wenn die Beschädigung noch vor dem Unglück bekannt gewesen wäre, hätte es kaum Hoffnung auf Rettung gegeben, sagt ein Experte.
Nasa-Direktoriumsmitglied Bill Readdy sagte am Montag in Cape Canaveral, Ingenieure untersuchten derzeit die möglichen Auswirkungen einer beim Start am 16. Januar gegen die linke Tragfläche geflogenen Isolierungsteils.
Wenige Minuten vor dem Desaster hätten mehrere Zeugen Shuttle-Teile abspringen sehen, sagte Nasa-Programm-Manager Ron Dittemore in Houston. Ein Stück weiches Isoliermaterial war von einem der Außentanks abgerissen und gegen die linke Tragfläche geprallt. Ein in der israelischen Tageszeitung "Maariv" veröffentlichtes Bild zeigte einen Riss im Flügel.
Das Direktoriumsmitglied, Mike Kostelnik, sagte dazu, die Analyse des von Spezialkameras beim Start festgehaltenen Vorfalls sei von den besten Fachleuten der Nasa auf diesem Gebiet erstellt worden. Die seien zu dem Ergebnis gekommen, dass es kein Risiko gebe. Readdy und Kostelnik sagten beide, sie hätten diese Analyse gelesen und akzeptiert. "Wir wussten von einer Anomalie", sagte Kostelnik. Er habe der Expertise der Ingenieure vertraut: "Wir haben ihrer Einschätzung völlig zugestimmt."
Offenbar hat sich die Beschädigung im Schild beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vergrößert. 22 Minuten vor der geplanten Landung sei die Temperatur auf der linken Seite des Raumfahrzeugs unnormal stark um fast 16 Grad Celsius gestiegen, berichtete Nasa-Manager Dittemore. Der Luftwiderstand nahm auf der linken Seite zu, die "Columbia" bekam einen Linksdrall. Das Kontrollsystem leitete ein Flugmanöver nach rechts ein. Wenig später sei der Kontakt zur Raumfähre abgebrochen. Die Nasa erhoffte sich weitere Aufschlüsse von Computer-Daten, die 32 Sekunden lang nach dem Verlust des Funkkontaktes registriert wurden.

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