Wir wissen auch nicht, was die Strategen in der Union geraucht haben. Aber nur mithilfe von Zigaretten kann man gar nicht auf die Idee kommen, gleichzeitig Milliarden auszugeben und Steuersenkungen zu planen. Mit klarem Kopf wäre das nicht passiert. Da hätte man regieren können wie der Gouvernator Schwarzenegger in Kalifornien diese Woche: Alles, was den Staat Geld kostet, wird gestoppt, so gut es geht. Dann hat man Ruhe und kann sich ganz vorsichtig umschauen, ob irgendwo etwas auffällt, auf das noch gar keine Steuern gezahlt werden. Genau: Marihuana. Die Älteren werden sich vielleicht erinnern, das Zeug war mal richtig verboten und ein Symbol des Widerstands. Heute darf es in Kalifornien jeder konsumieren, der weiß, wie man beim Arzt Rückenschmerzen vortäuscht. Dank dieser Regel wird zwischen San Diego und Sacramento kräftig inhaliert, und die Politiker können Pläne schmieden, das Zeug zu besteuern.
Na gut, Marihuana und Politik ist ein schwieriges Thema, wie erwähnt. Wir schlagen deswegen vor, die kalifornische Strategie erst mal an einfacheren Sujets einzuüben. Man muss nur etwas sehr beliebtes und zugleich sehr Verbotenes unter ärztlicher Aufsicht erlauben und dann - Simsalabim - durch Besteuerung eine neue Geldquelle daraus machen. Wir freuen uns auf die legale Annahme von Schmiergeldern (erprobtes Hausmittel gegen Verarmung), Ausspähen von Mitarbeitern (gegen krankhafte Neugier) oder das Tragen von Symbolen aus den 30er-Jahren im ländlichen Mitteldeutschland (gegen Einsamkeit).