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Weltwirtschaftsforum Davos 2008
  FTD-Serie: Zusammenrücken auf dem Gipfel

Gemeinsam sind wir stark - diesen Geist wollen die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums versprühen. Sie haben das Treffen von Top-Managern, Politikern, Künstlern und Intellektuellen im schweizerischen Skiort Davos unter das Motto "Die Kraft gemeinschaftlicher Innovationen" gestellt. Für Diskussionsstoff werden auch die Auswirkungen der US-Finanzkrise sorgen.

Merken   Drucken   28.01.2008, 09:15 Schriftgröße: AAA

Davos 2008: Antworten auf die Fragen der Welt

Klimakatastrophe, Nahrungsmittelknappheit durch Biosprit-Boom, weltweiter Wassermangel, Armutsbekämpfung, Frieden in Nahost - die Topmanager, Wissenschaftler und Politiker versuchten in Davos, viele Fragen zu beantworten. Die FTD fasst die wichtigsten Antworten zusammen. Und beantwortet eine Frage, die keiner gestellt hat. von Andreas Theyssen (Davos)
 
Definitiv nein, wenn man den Amerikanern glaubt. Es gibt drei Ursachen für die Krise der USA, sagt Washingtons Finanzstaatssekretär David McCormick: die fallenden Immobilienpreise, die Subprime-Krise, der hohe Ölpreis. Da zwei der drei Gründe nicht hausgemacht seien, würden sie auch die gesamte Welt betreffen, meint er - und nicht nur die USA.
Definitiv ja, sagt ein anderer Amerikaner, Fred Bergsten, ein Amtsvorgänger McCormicks und heute Leiter des Institute for International Economics. Der Grund: Die G8-Staaten würden nur noch die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung erbringen, zudem gebe es über 100 Länder, die ein jährliches Wachstum von mehr als vier Prozent vorwiesen. "Der Rest der Welt hat sich längst von den USA abgekoppelt", sagt Bergsten. Angesichts der hohen Abhängigkeit Amerikas von chinesischen Geldern könne man sogar von einem "Reverse Decoupling" sprechen.
Fazit: Die Probleme der USA drosseln zwar das Wachstum im Rest der Welt, reißen sie aber nicht mit in den Abgrund. Offen bleibt, wie stark das Wachstum der anderen Länder gebremst wird.
Brasilien, Russland, Indien und China sind die Staaten, die am schnellsten zu den Industrieländern aufschließen. Und welche Länder folgen in der zweiten Reihe? Was sind die Voraussetzungen?
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Nach Ansicht von Experten braucht ein Land eine gute Infrastruktur, damit Vor- und Endprodukte gut an den Mann gebracht werden können. Dazu eine Bevölkerung, die jung ist und wächst, die aufgeschlossen ist für Bildung und Innovation. "Die Leute müssen an sich selbst glauben", sagt Nigerias Finanzminister Shamsuddeen Usman. "Auch Leadership ist entscheidend", ergänzt Russlands Ex-Handelsminister German Gref, "und wie effektiv die Regierung ihre Maßnahmen umsetzt." Das Potenzial zum Boomland haben nach diesen Kriterien der Davos-Experten: Südafrika, Mexiko, Vietnam, Nigeria, eventuell auch der Iran, die Türkei, Kolumbien und Malaysia.
Bilderserie Bilderserie: Davos 2008 - das Who is Who
Definitiv nein. Die USA betrachten sie zwar mit großem Misstrauen. Aber selbst der frühere US-Finanzminister Larry Summers, ein entschiedener Staatsfondskritiker sagt: "Es gibt bislang nichts, was man ihnen vorwerfen kann." Jeder der weltweit 41 Fonds hat in der Vergangenheit ausschließlich nach Renditekriterien investiert, um politischen Einfluss ging es nie. Die aktuelle Debatte über die Gefahren, die von Staatsfonds ausgehen, findet Saudi-Arabiens Zentralbank-Vize Muhammad al-Jasser deshalb infam: "Obwohl bisher alles gut gelaufen ist, müssen Staatsfonds beweisen, dass sie unschuldig sind."
Eine eigentümliche. Deutschlands Topmanager zeigten zwar massiv Präsenz, von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bis zu Siemens-de-facto-Chef Gerhard Cromme. Doch Deutschlands Politik glänzte durch Desinteresse. Während in Davos Dutzende Regierungschefs und Minister anderer Staaten aufliefen, wurde die Bundesrepublik allein vertreten durch G8-Sherpa Bernd Pfaffenbach und Unionsfraktionschef Volker Kauder. Peinlich.
Lageplan von Davos
Übersichtskarte
  • FTD.de, 28.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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