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Weltwirtschaftsforum Davos 2008
  FTD-Serie: Zusammenrücken auf dem Gipfel

Gemeinsam sind wir stark - diesen Geist wollen die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums versprühen. Sie haben das Treffen von Top-Managern, Politikern, Künstlern und Intellektuellen im schweizerischen Skiort Davos unter das Motto "Die Kraft gemeinschaftlicher Innovationen" gestellt. Für Diskussionsstoff werden auch die Auswirkungen der US-Finanzkrise sorgen.

Merken   Drucken   22.01.2008, 14:38 Schriftgröße: AAA

Davos 2008: Börsencrash grollt über dem Gipfel-Auftakt

Der Börsenkurssturz ist eine Sturmwarnung für Manager und Politiker, die nun zum Weltwirtschaftsforum nach Davos reisen. Forderungen nach einer konzertierten Reaktion auf einen der größten Tagesverluste bei europäischen und asiatischen Aktien seit dem 11. September 2001 werden bereits laut. Eine eisige Stimmung dürfte vorprogrammiert sein.
Angesichts der Verzweifelung an den Finanzmärkten können die Anleger nur hoffen, dass sich all die Zentralbanker, Finanzminister und Spitzenmanager, die sich diese Woche in Davos treffen, zusammenraufen. Und selbst dann dürfte eine konzertierte Aktion vonnöten sein - nicht nur schöne Worte.
Bilderserie Bilderserie: Davos 2008 - das Who is Who
Die Anleger fürchten eine Rezession in den USA und einen weltweiten Konjunkturrückgang in diesem Jahr. Analysten gehen davon aus, dass es für den jüngsten Kurzabsturz kaum unmittelbare Auslöser gab, abgesehen von einem rasch schwindenden Vertrauen darin, dass ein Konjunkturrückgang noch verhindert werden kann.
Einige Politiker, die nötig wären, um ein Quorum in Davos zu bilden, haben sich aufgrund eines hohen Arbeitspensums im eigenen Land vom Weltwirtschaftsforum abgemeldet. Sowohl US-Finanzminister Henry Paulson  als auch sein britischer Amtskollege Alistair Darling  haben ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt. Dagegen werden führende Zentralbanker wie der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, Bundesbankpräsident Axel Weber und der Chef der New Yorker Federal Reserve, Timothy Geithner, in Davos sprechen.
Überdies gehört der Delegation des US-Finanzministeriums der Staatssekretär für internationale Angelegenheiten, David McCormick, an. Er wird auch kommenden Monat beim Treffen der G7-Finanzminister in Tokio dabei sein. Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn , und OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría werden auf dem Weltwirtschaftsforum Reden halten.
Der Finanzmagnat George Soros, der ebenfalls in Davos erwartet wird, sagte in einem Interview der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", die Welt stehe vor der schlimmsten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem drohe den Vereinigten Staaten eine Rezession. "Die Lage ist viel ernster als jede andere Finanzkrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs", so Soros.
Egal welcher Art die Hindernisse für eine konzertierte Aktion sein mögen, der Börsencrash dürfte mit im Mittelpunkt der Debatten in Davos stehen. Gleichzeitig werden die Händler aufmerksam auf jegliche Handlungsvorschläge achten, die vom Weltwirtschaftsforum kommen.
Reuters, FTD
  • Reuters, 22.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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