"Mubarak, Saudi-Arabien erwartet dich" Das Innenministerium hatte angekündigt, gegen alle illegalen Handlungen vorzugehen und den Demonstranten mit Festnahmen gedroht. Innenminister Habib al-Adli sagte aber einer amtlichen Zeitung, kurze Proteste seien willkommen, wenn sie an einem Ort stattfänden. Ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte berichtete von einem Befehl, Zusammenstöße mit Demonstranten zu vermeiden.
In Tunesien hatte sich Präsident Zine el-Abidine Ben Ali dem Druck der Straßenproteste gebeugt und war nach Saudi-Arabien geflohen. In Kairo riefen einige Demonstranten: "Mubarak, Saudi-Arabien erwartet dich." Der Sturz Ben Alis nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Macht hat die arabische Welt elektrisiert, wo viele Menschen unter Arbeitslosigkeit und steigenden Preisen leiden.
Die zugelassenen Oppositionsparteien in Ägypten sind schwach und zerstritten. Die offiziell verbotene Muslimbruderschaft, die gemeinsame Wurzeln mit der radikal-islamischen Hamas hat, rief ihre Anhänger nicht zur Teilnahme an den Protesten auf. Allerdings würden sich einige Mitglieder als Bürger daran beteiligen.
US-Außenministerin
Hillary Clinton rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Die ägyptische Regierung sei stabil und prüfe Maßnahmen, wie die Wünsche der Bürger erfüllt werden könnten, sagte sie in Washington. Die USA sind ein wichtiger Verbündeter Ägyptens.