Die Männer seien ohne Bedingungen freigekommen, sagte am Samstag ein Sprecher des nigerianischen Staats Bayelsa, wo die sechs Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger am Mittwoch von der Gruppe Iduwuni Nationalunion für Frieden und Entwicklung verschleppt wurden. Die beiden Deutschen würden nun von Vertretern von Bilfinger Berger betreut. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Freilassung der Deutschen, die mit großer Erleichterung aufgenommen worden sei.
Ursprünglich sollten die Männer bereits am Freitag freikommen. Einem Team der Regierung gelang es jedoch nicht, die abgelegene Region zu erreichen, in der die Ölarbeiter festgehalten wurden. Die Entführer verlangten vom Ölkonzern Shell 20 Mio. $, die an verschiedene Gemeinden gezahlt werden sollten. Das Geld sollte als Entschädigung für die bei Ölbohrungen entstandene Umweltverschmutzung dienen.
Bilfinger und Berger arbeitet an dem Projekt im Niger-Delta im Auftrag von Shell. Die Gruppe hatte die Männer aus Verärgerung über die nach ihrer Ansicht mangelhafte Umsetzung einer früher geschlossenen Vereinbarung entführt, in der sich Shell dazu verpflichtet hatte, in neun an sein EA-Ölfeld grenzenden Dörfern Arbeitsplätze und eine soziale Grundversorgung bereitzustellen. Das Gebiet sollte mit insgesamt 20 Mio. $ gefördert werden. Einige der Entwicklungsprojekte wurden nach Angaben von Shell umgesetzt, andere nicht.