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Merken   Drucken   24.04.2010, 14:00 Schriftgröße: AAA

Deutscher Pakt gegen Korruption: Russlands Beamte auf Schmiergeldentzug  

Bestechung galt in Russland bislang als Kavaliersdelikt. Daimler gab zu, geschmiert zu haben, die deutsche Niederlassung von Hewlett Packard steht im gleichen Verdacht. Eine Intitiative von 50 deutschen Unternehmern soll die Unsitte stoppen. von Verena Diethelm, Moskau
Mehr als 50 in Russland tätige deutsche Unternehmen haben einen Pakt gegen Korruption geschlossen. Die Unternehmen, darunter sechs Dax-Konzerne und Dutzende Mittelständler, verpflichten sich, in Russland keine Schmiergelder zu zahlen. "Wenn diese Unternehmen öffentlich erklären, dass sie kein Schmiergeld mehr zahlen, dann kann man hoffen, dass von ihnen auch keines mehr gefordert wird", sagte Michael Harms, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Russische Experten zweifeln jedoch an den Aussichten der sogenannten Corporate Ethics Initiative for Business in the Russian Federation.
Die Initiative der Kammer, die rund 700 Mitglieder hat, kommt inmitten einer Reihe von Korruptionsskandalen in Russland. Anfang April gab der deutsche Autokonzern Daimler zu, russische Beamte mit 5 Mio. Euro geschmiert zu haben, um an lukrative Staatsaufträge zu kommen. Vergangene Woche durchsuchten Ermittler zudem das Moskauer Büro des US-Computerherstellers Hewlett Packard. Es besteht der Verdacht, dass über die deutsche Niederlassung 8 Mio. Euro an die russische Generalstaatsanwaltschaft flossen.
Seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 engagiert sich der russische Präsident Dmitri Medwedew im Kampf gegen die Korruption, die er als "soziales Übel" bezeichnete. Erst vor einer Woche unterzeichnete der Präsident eine neue Nationalstrategie zur Bekämpfung der Korruption. Auch gibt es einen Aktionsplan für die Jahre 2010 und 2011.
Allerdings ist bisher kein wesentlicher Rückgang der Korruption zu bemerken. 2009 hat sich Russland im Korruptionsindex von Transparency International nur um einen Platz verbessert.

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