Reales Bruttoinlandsprodukt: Veränderung zum Vorjahr
Mehr als sieben Prozent Wachstum
Ihre Wachstumsziele setzt die Regierung eindrucksvoll um. Seit Jahren legt die Wirtschaft jeweils um über sieben Prozent zu. In Asien übertreffen das nur China und Indien. Überall entstehen neue Fabriken, Industrieparks, Wohnsiedlungen. Und immer mehr Vietnamesen können es sich leisten, ihr Fahrrad gegen ein Moped einzutauschen. Die Straßen teilen sie sich aber schon an den Stadträndern mit dicken Wasserbüffeln, die auf den Reisfeldern als Arbeitstiere dienen.
Die jahrelange Politik der Öffnung hat Vietnam zu einer bedeutenden Exportnation gemacht. Die Ausfuhren machen 67 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Zum Vergleich: In China sind es 34 Prozent. Doch die Infrastruktur ist noch schwach. "Sie gehört zu den größten Herausforderungen", sagt ADB-Direktor Konishi. Neben dem Transport gelte dies vor allem für den Energiebereich. Zuletzt gab die Regierung dafür viel Geld aus: laut Fitch acht bis neun Prozent des BIP. Dadurch sei die Verschuldung kräftig in die Höhe geschossen.
Auch eine Reform der staatlichen Unternehmen mahnen Beobachter an. Die verheißungsvoll gestartete Privatisierung kam 2007 wegen der schleppenden Kursentwicklung an der kleinen Aktienbörse des Landes ins Stocken; die Regierung wollte den Markt nicht mit Papieren überschwemmen. Vor dem Jahreswechsel wurde die Privatisierung der Vietcombank angestoßen.
Gerade beim Bankensystem tut Wandel not. "Das ist nach wie vor ein echtes Staatsbanksystem, die Zentralbank ist nicht unabhängig", sagt McCormack. Der staatliche Einfluss auf die Zentralbank hat auch die Inflation auf über acht Prozent getrieben. Gegen gegen die Preissteigerung werde wenig getan, kritisieren Beobachter.