Nach der Auswertung von 82 Prozent der Wahlbezirke führt die Ex-First Lady in Texas mit 51 Prozent der Stimmen, während Widersacher Barack Obama auf 48 Prozent kommt. US-Medien wie der Fernsehsender CNN erklärten sie daraufhin zum Sieger in dem Staat. Lange Zeit hatten beide gleichauf gelegen. Die Wahl in Ohio konnte Clinton bereits vorher für sich entscheiden. Hier war das Rennen eindeutig. Während die Senatorin auf 55 Prozent der Stimmen kam, lag ihr Rivale bei 43 Prozent.
Insgesamt kommt Obama derzeit auf 1434 Delegierte, Clinton auf 1357. In den Zahlen ist Texas nur zum Teil eingerechnet.
Texas und Ohio sind Schlüsselstaaten, weil in beiden viele Delegiertenstimmen für die Kandidatenwahl auf dem Parteitag der Demokraten im August zu holen sind. In Ohio leben viele Arbeiter, die von den jüngsten Wirtschaftsproblemen besonders hart getroffen wurden. In Texas galt die Unterstützung der Hispanics als besonders wichtig. Sie bilden inzwischen die größte Minderheit in den den USA.
Ohio war zwischen Obama und Clinton ein besonders heftig umkämpfter Staat. Die Senatorin hatte einen Sieg dort als extrem wichtig im Rennen um die Kandidatur für die Präsidentschaftwahlen im November bezeichnet. Entsprechend euphorisch war ihre Reaktion auf den Sieg: "Wohin Ohio geht, geht die Nation", sagte Clinton vor ihren jubelnden Anhängern. Jetzt erst gehe der "historische Kampf" um die demokratische Nominierung richtig los.
Auch Obama gab sich trotz der Wahlenttäuschung kämpferisch: "Wir werden die Nominierung gewinnen", sagte er vor jubelnden Anhängern im texanischen San Antonio. "Wir sind bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Wir wollen eine neue Führung in Washington, wir wollen Wandel in Amerika."
Zwei Vorwahlergebnisse, die bereits einige Stunden früher feststanden, waren weniger entscheidend: Obama gewann in Vermont, Clinton in Rhode Island. Die beiden Bundesstaaten sind jedoch vergleichsweise klein.
Die Senatorin steht nach einer Serie von Niederlagen unter massivem Druck, gegen ihren Amtskollegen in Ohio und Texas zu gewinnen. Ein schlechtes Abschneiden der ehemaligen First Lady könnte das Aus für ihre Bewerbung bedeuten. Da bei den Demokraten auch der Verlierer Delegierte zugesprochen bekommt, könnte sich das Duell jedoch weiter hinziehen. Die nächste Abstimmung in einem größeren Bundesstaat wäre am 22. April in Pennsylvania.
Die Sieger von Republikanern und Demokraten werden formell bei ihren jeweiligen Parteitagen im Sommer ausgerufen. Die eigentliche Präsidentenwahl findet im November statt. Der amtierende US-Präsident George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.