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Merken   Drucken   11.08.2005, 19:35 Schriftgröße: AAA

Dossier: Chávez erkauft sich Lateinamerikas Gunst  

Billiges Öl, Verträge für eine staatliche Schiffswerft und günstige Kredite für Genossenschaften. Diese Themen hatte Hugo Chávez bei seiner Blitzreise nach Uruguay, Argentinien und Brasilien auf dem Zettel. von Richard Lapper, São Paulo, und Christiane Karweil, Berlin
Hugo Chávez (l.) und Kubas Staatschef Fidel Castro: Die Allianz ...   Hugo Chávez (l.) und Kubas Staatschef Fidel Castro: Die Allianz der beiden missfällt besonders den USA
Mit dem Besuch am Dienstag und Mittwoch wollte der populistische Präsident Venezuelas den wachsenden Einfluss seines Landes in der Region festigen - und an einer "Achse des Südens" schmieden.
Dabei hilft ihm der hohe Ölpreis: Das Barrel Erdöl steht bei über 60 $, und Venezuelas Devisenreserven betragen mehr als 30 Mrd. $. Damit stehen Chávez genug Mittel zur Verfügung, um benachbarte Regierungen finanziell zu unterstützen. Seine Öldiplomatie wird gestützt durch ein neues Gesetz, nach dem Chávez 6 Mrd. $ von den Reserven der venezolanischen Zentralbank zu Entwicklungszwecken nutzen darf.
Antiamerikanische Rhetorik
In Washington beobachtet man die Entwicklung genau. Denn die Führung Venezuelas bedient sich einer glühenden antiamerikanischen Rhetorik, unterhält freundschaftliche Beziehungen zu Kuba und Iran und hat jüngst Waffen erworben. Anfang der Woche kündigte Venezuela die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Drogenhandel auf. Die US-Behörde habe den Kampf gegen Rauschgift zum Vorwand genommen, um seine Regierung auszuspionieren, behauptete Chávez.
Bereits in den vergangenen Monaten hat Venezuelas Präsident kräftig Geld in andere lateinamerikanische Länder gepumpt. Im März kaufte er argentinische Anleihen für rund 500 Mio. $. Im Juni verständigte er sich mit 14 Karibikländern darauf, billig Öl zu liefern. Solange der Ölpreis über 50 $ liegt, übernimmt Venezuela 40 Prozent der Kosten. Steigt der Preis über 100 $, stellt Chávez weitere Vergünstigungen in Aussicht. Gezahlt wird in der Landeswährung, Zucker oder Bananen.

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