Die im Irak entführte Susanne Osthoff (Archivbild)
Unter anderem war Osthoff für die "Direkt-Hilfe Irak" und "Action Medeor" tätig. Laut Medeor war sie im April 2003 die erste Privatperson aus dem Westen, die kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner mit einer Ladung Medikamente Bagdad erreichte. "Sie ist absolut durchsetzungsstark", charakterisierte sie der Tropenmediziner Folke Hess von der Hilfsorganisation. 2003 erhielt Osthoff den von der "Süddeutschen Zeitung" gestifteten Preis für Zivilcourage.
Der Bürgermeister der 4500-Einwohner-Gemeinde Glon, wo Susanne Osthoff zuletzt gemeldet war, sagte: "Sie war missionarisch davon erfüllt zu helfen." Vor einem Jahr habe sie einen Hilfstransport in den Irak organisiert.
Nach Angaben der Münchner Unternehmensberatung FaktorM hat Osthoff einen Studienabschluss in vorderasiatischer Archäologie und Semitistik. Ihre Magisterarbeit trägt den Titel "Der Spiegel im Vorderen Orient". Sie unternahm mehrere Studien- und Ausgrabungsreisen in die Türkei, nach Syrien, Tunesien, Jordanien, Algerien, Marokko, Ägypten, in den Irak und den Jemen. Eine Zeit lang war sie als Reiseleiterin in Arabien tätig. "Seit 1991 organisiert und unterstützt sie Hilfsgüterübermittlungen in den Irak", heißt es auf der FaktorM-Website.
Unermüdliche Helferin
Seit 1998 arbeitet die heute 43-Jährige als Beraterin, Organisatorin und Trainerin für FaktorM im Bereich Interkulturelles Management. Nach Angaben der Firma betreute sie ausländische Patienten in Einrichtungen des bayerischen Gesundheitswesens und initiierte, koordinierte und beriet Projekte zum Aufbau des Gesundheitswesens im Irak.
Susanne Osthoff selbst wird auf der Mitarbeiter-Website mit den Worten zitiert: "Meine Stärken sind die verhandlungssichere Kenntnis der arabischen Sprache, die Vertrautheit mit der arabischen Gesellschaft und Kultur und die langjährige Erfahrung in interkulturellen Hilfs- und Aufbauprojekten."
Medienberichten zufolge wurde Osthoff in München geboren, war mit einem Jordanier verheiratet und ist seitdem Muslimin. Ihre Tochter, die heute elf oder zwölf Jahre alt ist, soll im bayerischen Glonn bei Freunden leben.
Mutter hofft auf Befreiung
Die Mutter der 43-Jährigen sagte am Dienstag dem Fernsehsender N24, sie habe seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter gehabt. Ihre Tochter habe sich ihre Hilfstätigkeit nicht habe ausreden lassen, sie sei regelrecht besessen davon gewesen. Die Mutter äußerte die Hoffnung, dass ihre Tochter von ihren Entführern "nicht zu brutal" behandelt werde und die Bundesregierung eine Lösung für ihre Freilassung finde.