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  FTD-Serie: Mordserie erschüttert Russland

Ex-Agent Alexander Litwinenko und sein Kontaktmann Mario Scaramella, die Journalistin Anna Politowskaja, Zentralbank-Vize Andrej Koslow, der Abteilungsleiter der Vneshtorgbank, Alexander Plochin - in Russland tobt ein tödlicher Kampf um Macht und Einfluß. Lesen Sie in unserer Serie alles über die Rückkehr der Geheimdienstmorde.

Merken   Drucken   16.10.2006, 17:19 Schriftgröße: AAA

Erneut russischer Journalist getötet

Zehn Tage nach dem Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja ist in Moskau ein Redakteur erstochen worden. Der Wirtschaftschef der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass wurde von seinem Fahrer in der völlig verwüsteten Wohnung gefunden.
Nach einem Urlaub sei der 55-jährige Anatoli Woronin am Morgen nicht zum Dienst erschienen. Woronin sei daraufhin mit mehreren Stichverletzungen tot in seiner Moskauer Wohnung gefunden worden, meldete die russische Nachrichtenagentur am Montag unter Berufung auf Kreise der Generalstaatsanwaltschaft.
Woronin war bei Itar-Tass für die Verwaltung von Vermögen und Liegenschaften zuständig. Der Mord sei wahrscheinlich nicht mit seiner Tätigkeit verbunden, sagten Ermittler. Stattdessen werde ein persönlicher Hintergrund der Bluttat vermutet.
Der Journalist arbeitete dem Bericht zufolge seit 23 Jahren für die Nachrichtenagentur. "Das ist ein großer Verlust für Tass", sagte eine Redakteurin. Woronin habe sich immer dafür eingesetzt, dass die Journalisten ihre Arbeit hätten machen können.
Erste Festnahmen nach Mord an Zentralbank-Vize
Gut vier Wochen nach dem Mord am Vizechef der russischen Zentralbank nahmen die Ermittler am Montag nach eigenen Angaben drei Personen fest. Weitere Angaben wollte eine Gerichtssprecherin mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, die Hintermänner der Tat seien identifiziert.
Der 41-jährige Andrej Koslow war am 13. September nach dem Besuch eines Fußballspiels angeschossen worden und wenig später seinen Verletzungen erlegen. Die Polizei sprach bereits unmittelbar nach der Tat von einem Auftragsmord. Koslow war zuständig für die Reform der undurchsichtigen russischen Bankenbranche und hatte zuletzt zahlreiche kleine Institute schließen lassen, denen Geldwäsche vorgeworfen wird.
Die russische Wirtschaftszeitung "Kommersant" berichtete, drei Männer aus der Ukraine seien von einem bislang unbekannten Mittelsmann engagiert worden, um Koslow zu beschatten. Dann hätten sie ohne große Vorlaufzeit den Befehl erhalten, den Zentralbank-Vize und seinen Fahrer zu erschießen. Mindestens einer der Ukrainer habe sich jetzt aus Angst, selbst von den Hintermännern liquidiert zu werden, der Polizei gestellt, berichtete die Zeitung weiter. Es sei aber unklar, wer die Tat in Auftrag gegeben habe.
  • FTD.de, 16.10.2006
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