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Merken   Drucken   21.10.2004, 16:41 Schriftgröße: AAA

EU macht Iran 'letztes Angebot' im Atomstreit  

Auch der EU geht im Streit um das iranische Atomprogramm langsam die Geduld aus. Mit einem 'letzten Angebot' soll Teheran zum Verzicht auf eigene Urananreicherung bewegt werden. Ein effektives Druckmittel hat der Westen jedoch nicht.
Unterstützt die europäische Initiative: IAEA-Chef Mohamed ...   Unterstützt die europäische Initiative: IAEA-Chef Mohamed el-Baradei (li.)
Regierungsvertreter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien übergaben am Donnerstag in Wien einer iranischen Delegation ihre Vorschläge. Diese umfassen Angaben zufolge die Lieferung eines Leichtwasser-Forschungsreaktors und Zugang zu atomarem Brennstoff. Im Gegenzug soll der Iran dauerhaft auf die Anreicherung von Uran verzichten, das sowohl zur Energieerzeugung als auch zum Bau von atomaren Sprengköpfen benutzt werden kann.
Die iranische Führung will dagegen an ihrem Recht auf Urananreicherung festhalten. Der Verzicht auf einen vollständigen Brennstoffkreislauf – von der Anreicherung des Urans über die Energiegewinnung bis zur Wiederaufbereitung – stelle keine Option dar, verlautete aus Teheran. Stattdessen übergab die iranische Delegation den europäischen Vertretern in Wien Gegenvorschläge: Danach will sich Teheran verpflichten, keine atomaren militärischen Projekte zu verfolgen. Zudem würde der Westen zur Zusammenarbeit an Atomprogrammen eingeladen; Uran-Importe sollen unter die Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) gestellt werden.
Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, hat die iranische Regierung aufgefordert, "sofort und ohne weitere Verzögerung" auf Urananreicherung zum Bau von Atomwaffen zu verzichten. Paris, London und Berlin würden in ihren Bemühungen nicht nachlassen, auf Iran von einem möglichen Missbrauch der friedlichen Nuklearnutzung abzubringen, sagte Müller am Donnerstag im Bundestag.

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