Das Verhältnis zwischen Mario Draghi und den Deutschen ist, gelinde gesagt, angespannt. Eine Mehrheit findet den Chef der Europäischen Zentralbank nicht vertrauenswürdig, sagt eine neue "Stern"-Umfrage. Vielleicht sogar verständlich, wenn man bedenkt, dass da ein Italiener auch deutsches Geld an Südländer überweist, die Populisten gern als "Pleite-Griechen" oder "Schulden-Spanier" schmähen. Und vor allem, wenn so manche Bundespolitiker und Bundesbanker inzwischen fast so tun, als wäre die Politik der EZB an der Euro-Vertrauenskrise schuld.
Dass Draghi durchaus kluge und besonnene Notenbankpolitik betreibt, zeigt seine jüngste Erklärung zum Anleiheaufkauf. Zunächst signalisiert der EZB-Rat unter seiner Führung (bis auf die schon erwartete Ausnahme Jens Weidmann), dass die Zentralbank übertriebene Zinsentwicklungen bei Staatsanleihen nicht hinzunehmen gedenkt, egal wie viel das kostet. Zugleich stellt die Zentralbank dafür die Bedingung, dass die notleidenden Staaten sich unter die Euro-Rettungsschirme begeben - und damit den Reformauflagen der Euro-Zone unterwerfen.
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Mit dem Anleiheaufkaufprogramm dürfte er viele Großinvestoren - etwa Pensionsfonds, Versicherungen und Fondsanbieter - ein wenig beruhigen können, die den Verlust ihrer Anlagen in den Krisenstaaten fürchten und so die Angstaufschläge nur weiter nach oben treiben. Zumal: Wenn die Märkte beruhigt werden können, sinkt auch die Furcht vor einer Rezession - daran müsste gerade der Exportnation Deutschland gelegen sein.
So richtig zufrieden können die Märkte und die verschuldeten Staaten dennoch nicht sein. Denn Draghi spielt die Verantwortung für die Krisenlösung zurück an die Politik. Durch die Bindung an den Rettungsschirm muss die sich erklären - sowohl in den Krisenstaaten als auch in stabileren Ländern. So muss zum Beispiel der Deutsche Bundestag sagen, ob er die Aufnahme eines Landes unter den Rettungsschirm akzeptiert.
Es entscheiden also nicht nur Notenbanker über Anleihekäufe und ziehen damit nicht mehr allein den Unmut auf sich. Die Parlamentarier müssen ebenfalls entscheiden, was für sie das größere Übel ist: die Aufnahme eines Landes in den Rettungsschirm zuzulassen oder das Auseinanderfallen der Währungsunion zu riskieren.
Draghi und auch Issing sind Jünger von Goldman Sachs. Und Goldman Sachs ist nun wirklich die Pest auf Erden, die sich nur auf Kosten der Menschen bereichert.
Diese Leute sollten mit allen Mitteln gestoppt werden, und zwar schnellstens.