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Merken   Drucken   15.09.2005, 19:57 Schriftgröße: AAA

Exklusiv: IWF dämpft deutsche Konjunkturhoffnungen  

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Hoffnungen auf eine kräftige Belebung der deutschen Wirtschaft nach den Wahlen einen Dämpfer verpasst. Der Fonds erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, im kommenden Jahr lege das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 1,2 Prozent kaum stärker zu. von Claus Hulverscheidt, Berlin, und Mark Schieritz, Frankfurt
Dies geht aus einem Entwurf für den neuen Weltwirtschaftsausblick hervor, der der Financial Times Deutschland in Auszügen vorliegt und kommende Woche vorgestellt wird. Damit wurde die Schätzung im Vergleich mit einer vorläufigen Fassung des Ausblicks für 2005 um 0,2 und für 2006 um 0,1 Punkte nach unten revidiert.
Hauptgrund für die erneute Prognosekorrektur ist der hohe Ölpreis. Allerdings räumt der Fonds ein, dass er erhebliche Probleme habe, die Folgen der gestiegenen Energiekosten abzuschätzen. Gemessen an den üblichen IWF-internen Faustformeln hätte die Wirtschaft weit stärker gedämpft werden müssen, als derzeit zu beobachten. "Bislang waren die Auswirkungen des höheren Ölpreises überraschend moderat", heißt es.
Immerhin sieht der Währungsfonds die Wirtschaft als so stabil an, dass er der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Senkung der Zinsen empfiehlt. Die Geldpolitik sei "angemessen" hieß es. Schwäche sich die Konjunktur ab, müsse die EZB aber reagieren. Frankreich kann mit einem Anstieg um 1,5 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent rechnen.
Auch den Kurs der US-Notenbank Fed, die Zinsen allmählich anzuheben, hält der IWF für richtig. Die US-Wirtschaft wird nach Währungsfondsdaten 2005 um 3,5 und 2006 um 3,3 Prozent wachsen. Japans BIP lege in beiden Jahren um je 2,0 Prozent zu.
Im Ausblick lobt der IWF die Entscheidung Chinas, die Landeswährung Renminbi aufzuwerten. Peking leiste damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Weltwirtschaft. Allerdings fordert der Fonds eine weiter gehende Flexibilisierung des Wechselkurses.
  • Aus der FTD vom 16.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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