"Die Bakterien zu trocknen und sehr fein zu zermahlen, ohne dass sie dabei sterben, ist nicht so einfach zu bewerkstelligen. Und die pulverförmige Trägersubstanz für Milzbrand-Erreger gehört zu den best gehüteten Geheimnissen staatlicher Biowaffen-Programme", sagte van Aken der Financial Times Deutschland: "So etwas produziert man nicht auf dem Küchentisch." Aken ist Experte beim deutschen "Sunshine-Projekt", dass sich für die weltweite Ächtung von Biowaffen einsetzt.
Nach Einschätzung des Zellbiologen stammt die Substanz höchstwahrscheinlich direkt aus einem staatlichen Biowaffenprogramm oder sei mit dem Wissen aus einem solchen Programm entwickelt worden. "Um so etwas zu entwickeln, muss ein spezialisiertes Team mit Fachkenntnissen mehrere Jahre arbeiten", sagte van Aken: "Ohne Hilfe staatlicher Programme können einzelne Biologen so etwas unmöglich im Alleingang bewerkstelligen."
Es sei höchstens denkbar, dass ein hochspezialisierter Milzbrandexperte einer gut ausgestatteten Forschungsinstitution heimlich die Sporen entwickelt habe. Wahrscheinlicher sei aber, dass die Entwicklungsarbeit in einem staatlichen Programm stattgefunden hat. Die bisherigen Informationen ließen aber keinen Schluss zu, aus welchem Biowaffenprogramm das Material oder das Wissen stamme.