Rom (dpa) - Hunger bekämpfen heißt Frieden sichern: Das Welternährungsprogramm (WFP) hat auf dem Hunger-Gipfel in Rom eindringlich auf die Gefahren der Nahrungsmittelkrise für den Weltfrieden hingewiesen. «Menschen, die nicht genügend zu essen haben, revoltieren, emigrieren oder sterben».
Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat den Westen auf dem FAO-Gipfel scharf angegriffen.
Damit sei die «Ernährungssicherheit eine Frage der nationalen Sicherheit», heißt es am Dienstag in einer Erklärung von WFP-Direktorin Josette Sheeran. Im Kampf gegen den Hunger bedürfe es daher «aller Nationen, aller Menschen und aller Ressourcen».
Bundesagrarministerin Ilse Aigner vertritt Deutschland in Rom.
Das WFP hatte bereits vor Beginn des Gipfels den Spendenaufruf «A Billion for a Billion» (Eine Milliarde für eine Milliarde) lanciert. Dabei werden alle Internetbenutzer zu einer wöchentlichen Online-Spende von einem Euro aufgefordert. «Das würde ausreichen, um allen genug zu essen zu geben», so Sheeran.
Papst Benedikt XVI. und FAO-Chef Jacques Diouf in Rom.
Am Dienstagvormittag hatte der umstrittene simbabwische Präsident Robert Mugabe den zweiten Tag des UN-Treffens in Rom mit einer scharfen Attacke auf den Westen eröffnet. «Neokolonialistische Feinde» seines Landes wollten mit internationalen Sanktionen gegen Simbabwe erreichen, «dass die von uns unternommenen Agrarreformen scheitern», forderte der seit knapp 30 Jahren das südafrikanische Land beherrschende Mugabe. Vor den Teilnehmern der Ernährungskonferenz rief er den Westen dazu auf, «die illegalen und unmenschlichen Sanktionen» gegen sein Land aufzuheben.
Der UN-Gipfel mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sucht nach Mitteln gegen die weltweite Hungerkrise.
Der autokratische Präsident sprach auf dem Gipfel von einer Strafpolitik westlicher Länder. «Dahinter sehen wir den Wunsch, uns abhängig zu machen von Nahrungsmittelimporten.» Vor allem die EU hatte Simbabwe unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen wiederholt mit Sanktionen wie etwa Reiseverboten belegt. Mugabe hat allerdings das Recht, an offiziellen Tagungen der UN auch in Europa teilzunehmen. Er kam schon 2008 zur Tagung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und verteidigte damals die Umverteilung von Land weißer Farmer an schwarze Bauern in Simbabwe.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht beim Welternährungsgipfel in Rom.
Durchweg kritisch ist in italienischen Medien die Tatsache aufgenommen worden, dass der Welternährungsgipfel in seiner am Montag verabschiedeten Erklärung nur unverbindliche Ziele im Kampf gegen den Hunger auflistet. «Die G8-Chefs bleiben fern, und vom Gipfel kommen nur Versprechungen und keine Gelder», hielt die Turiner Zeitung «La Stampa» am Dienstag fest. Auch die römische «La Repubblica» geht mit dem Gipfel ins Gericht. Ungeachtet eines dringenden Appells von Papst Benedikt XVI. sei man keine Verpflichtungen eingegangen.
Demonstranten fordern in Rom Maßnahmen gegen den weltweiten Hunger. In der italienischen Hauptstadt begann die Welternährungskonferenz.
Die UN-Konferenz dauert bis Mittwoch und beschäftigt sich unter anderem noch mit den Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft.
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