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Merken   Drucken   06.04.2011, 13:50 Schriftgröße: AAA

Festgenommener Künstler: Westerwelle bestellt chinesischen Botschafter wegen Ai Weiwei ein

Klare Botschaft an die chinesische Regierung: Nach der Festnahme des regimekritischen Künstlers Ai Weiwei zitiert Außenminister Westerwelle den Botschafter ins Auswärtige Amt. Wissenschaftler sehen die Beziehung der beiden Länder belastet.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle  (FDP) bestellt wegen der Verhaftung des regimekritischen chinesischen Künstlers Ai Weiwei den chinesischen Botschafter in Berlin ein. Man werde ihn noch am Mittwoch zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt bitten, sagte Westerwelle, "damit unsere Botschaft klar und unmissverständlich die chinesische Regierung erreicht".
Der regimekritische Künstler Ai Weiwei   Der regimekritische Künstler Ai Weiwei
Ai Weiwei müsse umgehend wieder freikommen und die Möglichkeit haben, seiner künstlerischen Arbeit nachzugehen, forderte Westerwelle. Ai Weiwei, der in China nicht ausstellen darf, war am Sonntag festgenommen worden und ist seitdem verschwunden. Kulturwissenschaftler in Deutschland sehen die Beziehungen zu China schwer belastet. Der Kulturausschuss des Bundestages nannte die Festnahme einen Skandal und eine Brüskierung der deutsch-chinesischen Kulturarbeit.
China weist die internationale Kritik an der Festnahme des bekannten Künstlers und Bürgerrechtler Ai Weiwei zurück. In einem Leitartikel der amtlichen Zeitung "The Global Times" wurde Ai als "Eigenbrötler" bezeichnet, dem es an Respekt vor den Gesetzen des Landes fehle. Ai gehe gerne "rechtlich zweifelhaften Aktivitäten" nach und tue Dinge, die gewöhnliche Menschen nicht zu versuchen wagten. Was genau Ai vorgeworfen wird, schrieb die Zeitung nicht.
  • FTD.de, 06.04.2011
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