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  05.11.2009, 22:00    

Fluch statt Segen: Uganda tappt in die Rohstofffalle

Ressourcenreichtum korrumpiert und bremst die Entwicklung. Obwohl das Risiko bekannt ist, wiederholen neue Ölländer die Fehler der Vergangenheit. Populismus und kurzfristige Gewinnmaximierung untergraben die Basis für Wohlstand. von Marina Zapf  Berlin
Ugandas Präsident Yoweri Museveni hasst Abhängigkeit. Vor allem von Entwicklungshilfe - "die ist so unzuverlässig", schimpfte er jüngst bei einem Besuch in Berlin. Was sein Land brauche, seien Steuereinnahmen, "sonst baut man das Haus vom Dach her, ohne Fundament". Nun steht Uganda kurz davor, ein Ölstaat zu werden, und es scheint, dass Museveni seine weisen Worte vergisst. Die Regierung setzt auf schnellen Reichtum, statt die Basis für langfristigen Wohlstand zu legen.
Wie andere Staaten Afrikas mit neuen Ölfunden steht Uganda vor der Herausforderung, den sogenannten Rohstofffluch zu vermeiden. Denn oft führt Ressourcenreichtum wie in Angola, im Sudan oder Nigeria zu Nepotismus, Clanwirtschaft und Ämterkauf. Die Versuchung, sich auf Petrodollars auszuruhen, statt in Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit zu investieren, hemmt die Entwicklung. Ein Risiko für Uganda, aber auch für die Elfenbeinküste, Ghana oder Sierra Leone.
Erstmals abgefackelt wurde auf Ugandas Ölfeldern bereits 2006 - ...   Erstmals abgefackelt wurde auf Ugandas Ölfeldern bereits 2006 - doch bis das Land zum Ölproduzenten aufsteigt, werden noch fünf weitere Jahre vergehen
In Uganda belegen neuere Funde große Ölvorkommen in der Gegend des Lake Albert. Wenn es als erstes ostafrikanisches Land in etwa fünf Jahren zum Ölproduzenten aufsteigt, kann es nach Prognosen von Heritage Oil und Tullow Oil, die die Versuchsbohrungen leiten, mit einer Förderung von 200.000 Barrel pro Tag rechnen. Das ist ein Zehntel der Ausbeute Nigerias, würde aber dem 30-Millionen-Volk geschätzte 5 Mrd. $ im Jahr bringen.
Wohl gibt sich Museveni überzeugt: "Der Fund von Öl- und Gasvorkommen wird es einfacher machen, uns mit Energie zu versorgen." Das Land importiert heute jährlich Mineralöl im Wert von rund 500 Mio. $. Doch Uganda zögert, ob es mit dem Verkauf von Rohöl rasch die Kassen füllt oder versucht, auf Dauer Mehrwert zu schaffen.
Der Vorstand des ugandischen Bildungsrats, Malingha Doya, empfiehlt den Bau von Raffinerien. So "schaffen wir verarbeitende Industrien, können die Produkte zu erschwinglichen Preisen kaufen und mehr Fachkräfte ausbilden, die Steuerbasis wächst, und es gibt mehr Wohlstand für alle".
In der Bevölkerung wächst das Misstrauen, dass das neue Geld an ihr vorbeifließen wird. Ethnische Spannungen nehmen zu. Aktivisten der Zivilgesellschaft klagen über Einschüchterung und Schikane. Sie fordern Informationen über laufende Verhandlungen mit Konzernen und betroffene Gemeinden einzubeziehen. Doch Energieminister Hilary Onek machte deutlich, dass eine öffentliche Debatte über Transparenz unerwünscht ist.

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