Erstmals abgefackelt wurde auf Ugandas Ölfeldern bereits 2006 - doch bis das Land zum Ölproduzenten aufsteigt, werden noch fünf weitere Jahre vergehen
In Uganda belegen neuere Funde große Ölvorkommen in der Gegend des Lake Albert. Wenn es als erstes ostafrikanisches Land in etwa fünf Jahren zum Ölproduzenten aufsteigt, kann es nach Prognosen von Heritage Oil und Tullow Oil, die die Versuchsbohrungen leiten, mit einer Förderung von 200.000 Barrel pro Tag rechnen. Das ist ein Zehntel der Ausbeute Nigerias, würde aber dem 30-Millionen-Volk geschätzte 5 Mrd. $ im Jahr bringen.
Wohl gibt sich Museveni überzeugt: "Der Fund von Öl- und Gasvorkommen wird es einfacher machen, uns mit Energie zu versorgen." Das Land importiert heute jährlich Mineralöl im Wert von rund 500 Mio. $. Doch Uganda zögert, ob es mit dem Verkauf von Rohöl rasch die Kassen füllt oder versucht, auf Dauer Mehrwert zu schaffen.
Der Vorstand des ugandischen Bildungsrats, Malingha Doya, empfiehlt den Bau von Raffinerien. So "schaffen wir verarbeitende Industrien, können die Produkte zu erschwinglichen Preisen kaufen und mehr Fachkräfte ausbilden, die Steuerbasis wächst, und es gibt mehr Wohlstand für alle".
In der Bevölkerung wächst das Misstrauen, dass das neue Geld an ihr vorbeifließen wird. Ethnische Spannungen nehmen zu. Aktivisten der Zivilgesellschaft klagen über Einschüchterung und Schikane. Sie fordern Informationen über laufende Verhandlungen mit Konzernen und betroffene Gemeinden einzubeziehen. Doch Energieminister Hilary Onek machte deutlich, dass eine öffentliche Debatte über Transparenz unerwünscht ist.