Wie lange die AKW abgeschaltet bleiben, ist offen. Röttgen hatte am Montag gesagt, er gehe davon aus, dass ein während des Moratoriums abgeschalteter Atommeiler gar nicht wieder ans Netz gehe.
Die Aktien des Stromkonzerns Eon, der die Kraftwerke Unterweser und Isar I betreibt, notierten kurz nach der Ankündigung rund 4,6 Prozent im Minus bei 20,80 Euro. Anteilsscheine des Biblis-Betreibers
RWE lagen bei 43,80 Euro, ein Minus von vier Prozent. Aktien des baden-württembergischen Energiversorgers
EnBW , dem die AKW Neckarwestheim und Philippsburg gehören, blieben mit 41,31 Euro gegenüber dem Vortag praktisch unverändert.
Merkel sagte, bei dem für den kommenden Dienstag geplanten Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomkraftwerken "wird sich entfalten, wie das Moratorium ausgestaltet wird". Anschließend seien auch Treffen in einem erweiterten Kreis geplant. Merkel sagte, bei den Vorgängen in Japan handele es sich um "eine Zäsur in der Geschichte der technisierten Welt". Der Austritt von Radioaktivität in Folge des Erdbebens und des Tsunamis habe gezeigt, dass die "Auslegung des Kraftwerks auf die Naturgewalten nicht ausreichend war". Dies sei der Grund für die aktuellen Entscheidungen.
"Es gilt der Grundsatz: Im Zweifel für die Sicherheit", hatte Merkel am Montag gesagt. "Es gibt bei dieser Sicherheitsprüfung keine Tabus." Die Situation nach dem Moratorium werde eine andere als davor sein. Die Sicherheit aller deutschen Atomkraftwerke müsse rückhaltlos und vorbehaltlos überprüft werden. "Alles gehört auf den Prüfstand", sagte die Kanzlerin. Deutschland könne aber noch nicht auf die Atomkraft verzichten.
Die im Durchschnitt zwölf Jahre längeren Laufzeiten waren von Schwarz-Gelb erst im Herbst beschlossen worden. Merkels Regierung nahm damit das Herzstück der Politik der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder (SPD) zurück. SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte die Entscheidung. "Wir wollen kein Moratorium. Wir wollen, dass die Kernkraftwerke endlich abgeschaltet werden", sagte er.