Auch, wenn man es nicht genau weiß, spürt man es: Eine Pandemie ist deutlich mehr als eine Epidemie. Und tatsächlich: Unter einer Pandemie versteht man den grenzübergreifenden, wenn nicht sogar weltweiten Ausbruch einer Krankheit - im Unterschied zur Epidemie, bei der die Krankheit auf eine lokale Gruppe von Menschen beschränkt ist. Auch bei einer Pandemie kann es allerdings in den betroffenen Gebieten durchaus Teile geben, die nicht von der Krankheit heimgesucht werden - entlegene Bergdörfer oder schwer zugängliche Täler etwa.
Für die jüngste, noch nicht beendete Pandemie ist das HI-Virus verantwortlich. Derzeit sind weltweit mindestens 40 Millionen Menschen mit AIDS infiziert, 20 Millionen starben bislang an der Autoimmunschwäche. Andere große Pandemien waren die Pest-Ausbrüche im 14. (25 Millionen Tote) und 19. (12 Millionen Tote) Jahrhundert, die spanische Grippe (1918 bis 1920, bis zu 50 Millionen Tote) und die asiatische Grippe (1957, eine Million Todesopfer).
Wissenschaftler befürchten Mutation
Bislang ist das Wort Pandemie im Zusammenhang mit der Vogelgrippe eher fehl am Platz. Auch wenn vor acht Jahren mindestens sechs Menschen am Vogelgrippe-Erreger starben - pandemische Ausmaße sind das noch lange nicht. Wissenschaftler befürchten allerdings schon seit längerem eine Verbindung mit einem menschlichen Grippe-Erreger. Solch eine Mutation könnte die Letalität der Vogelgrippe mit der Ansteckungsfähigkeit einer normalen Grippe verbinden. Dann wäre in der Tat eine rasante Ausbreitung dieses neuen Supervirus mit Millionen von Toten ein realistisches Szenario.
Verstärkt wird die Ausbreitung einer solchen Krankheit durch die Mobilität des modernen Menschen: AIDS und der SARS-Ausbruch 2003 entwickelten sich erst durch Flugreisen und in Afrika auch durch den Güterfernverkehr von einem lokalen zu einem weltweiten Problem. Auch im Fall eines mutierten Vogelgrippevirus wären die Flughäfen wohl Knotenpunkte einer pandemischen Verbreitung.