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Merken   Drucken   12.10.2005, 12:33 Schriftgröße: AAA

Frage des Tages: Wie gefährlich ist Vogelgrippe?

Das in Asien grassierende Vogelgrippe-Virus hat bislang das Leben von 60 Menschen gekostet. Millionen von Vögeln starben oder wurden notgeschlachtet, damit sich die Viren nicht ausbreiten. Dennoch ist jetzt auch Europa bedroht.
Rote Streifen an den Beinen von Hühnern sind Symptome  einer ...   Rote Streifen an den Beinen von Hühnern sind Symptome einer Vogelgrippe
Das Vogelgrippe-Virus wurde in der Türkei nachgewiesen. Weitere Proben aus osteuropäischen Ländern werden noch untersucht. Die Bundesregierung hat den nationalen Krisenrat nach Bonn einberufen. Welche Gefahren gehen von Vogelgrippe aus?
Übertragung Das Vogelgrippe-Virus wird vor allem bei engem Kontakt mit infizierten Hühnern, Enten oder Gänsen übertragen. Die Tiere scheiden den Erreger über Kot und Sekrete aus. Reisende sollten daher auf den Besuch von Vogel- und Geflügelmärkten in den betroffenen Ländern verzichten. Da das Virus beim Erhitzen zerstört wird, ist eine Ansteckung über das Essen unwahrscheinlich. Die EU hat zudem umfassende Importverbote für Geflügel und Geflügelprodukte aus den betroffenen Ländern erlassen. In Vögeln aus Deutschland wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen.
Vogelgrippe: Bislang betroffene Gebiete   Vogelgrippe: Bislang betroffene Gebiete
Erkrankungs- und Todesfälle In den vier Ländern Indonesien, Vietnam, Thailand und Kambodscha, wo Menschen besonders nah mit Geflügel zusammenleben, haben sich bereits einige infiziert. Erkrankte Menschen haben Fieber, Atemnot und Durchfall. Oft sterben sie nach wenigen Stunden oder Tagen. Vom Auftreten des Virus Ende 2003 bis 10. Oktober 2005 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt 117 Erkrankungsfälle bestätigt, 60 Menschen davon sind gestorben. Die bei weitem meisten Fälle hat Vietnam.
Einschleppung Wildvögel tragen auch in Deutschland Vogelgrippe-Viren in sich, allerdings wurde noch nicht der besonders gefährliche Erreger H5N1 nachgewiesen. Die Gefahr einer Einschleppung des Erregers H5N1 geht nach Meinung des zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts vor allem von illegalen Transporten aus. Bei Zugvögeln sei die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Einschleppung aus Rumänien und der Türkei nach Deutschland momentan gering bis mäßig.
Schutz für Menschen In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen gegen die Vogelgrippe. Es gibt Medikamente, die bei Einnahme zu Beginn einer Grippe die Vermehrung der Viren stören. Die meisten Experten nehmen an, dass die Neuraminidasehemmer Tamiflu und Relenza auch bei erkrankten Menschen mit Vogelgrippe helfen. Deutschland hat mehrere Millionen Dosen der Medikamente geordert.
Supervirus Die WHO befürchtet, dass sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem der menschlichen Grippe vermischt und so ein "Supervirus" entsteht. Dieses könnte eine weltweite, extrem gefährliche Grippepandemie auslösen. Ein solches Virus wurde bislang noch nicht nachgewiesen.
  • FTD.de, 12.10.2005
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