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Merken   Drucken   09.10.2009, 17:24 Schriftgröße: AAA

Friedensnobelpreis 2009: Die Welt verneigt sich vor Obama  

Der US-Präsident selbst hat die Bekanntgabe verschlafen. Auf dem ganzen Globus hat die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama vor allem Freude ausgelöst. Kritische Stimmen gibt es wenige. FTD.de dokumentiert das Echo.
"Wow!": So die erste Reaktion von Regierungssprecher Robert Gibbs auf die Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama . Gibbs schrieb eine kurze E-Mail an den Fernsehsender CBS. Der frisch gekürte Friedensnobelpreisträger hat den normalerweise üblichen Anruf des norwegischen Nobel-Komitees nicht bekommen - und so die Bekanntgabe verschlafen. "Den Präsidenten mitten in der Nacht aufzuwecken gehört sich nicht", sagte der Vorsitzende des Komitees Thorbjoern Jagland. Normalerweise wird der Preisträger eine Stunde vor der Öffentlichmachung angerufen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte prompt. "Es ist ihm in kurzer Zeit gelungen, weltweit einen neuen Ton zu setzen, Gesprächsbereitschaft zu schaffen", sagte Merkel in Leipzig und sprach von einer "großartigen Auszeichnung". "Ich glaube, wir sollten ihn alle unterstützen dabei, Frieden auf der Welt noch besser möglich zu machen. Es gibt noch sehr vieles zu tun, aber es ist auch ein Fenster der Möglichkeiten geöffnet worden."
Obamas Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt sei ein Ziel, an dessen Umsetzung in den kommenden Jahren alle mitarbeiten müssten, sagte die Kanzlerin. Der Nobelpreis sei "mit Sicherheit auch Ansporn für den amerikanischen Präsidenten, aber auch für uns alle, dabei zu helfen".
Der russische Friedensnobelpreisträger und frühere Sowjetpräsident Michail Gorbatschow begrüßte die Vergabe der Auszeichnung an Obama: "Sie sind eine würdige Ergänzung in unserer Familie der Nobelpreisträger", schrieb der 78-Jährige nach Angaben der Agentur Interfax in einem Telegramm ans Weiße Haus. Obama habe mit seinen Initiativen die diplomatische Atmosphäre in der Welt wesentlich verbessert. "Mir sind Ihre Visionen nahe", schrieb Gorbatschow. Das Nobelpreiskomitee habe "richtig entschieden". Gorbatschow hatte die Auszeichnung 1990 für seinen Anteil an der Überwindung des Ost-West-Konflikts erhalten.

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