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Merken   Drucken   17.08.2009, 13:05 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Der Feind im eigenen Lager  

Barack Obama wird vom Glück verfolgt. Doch ausgerechnet die Stärke der eigenen Partei im Kongress bedroht den Erfolg seiner Präsidentschaft - zusammen mit dem unkontrollierten Staatsdefizit. von Niall Ferguson
Niall Ferguson lehrt Geschichte an der Universität Harvard.
Barack Obama erinnert mich an Felix den Kater. Diese beliebte Cartoonfigur aus den 20er-Jahren war nicht nur schwarz, sie hatte ähnlich viel Glück wie der 44. Präsident der USA. Sein Konjunkturprogramm hat einen großen Beitrag zur Stabilisierung der US-Wirtschaft geleistet. Das Klimaschutzgesetz erhielt im Juni die Zustimmung des Repräsentantenhauses. Er hat bedeutende Veränderungen bei der Regulierung des Finanz- und des Gesundheitswesens in Gang gebracht. Und angesichts der geerbten Wirtschaftskrise sind die Umfragewerte gar nicht übel: Mit 56 Prozent Zustimmung steht er besser da als seinerzeit Bill Clinton (44 Prozent) in dieser Phase seiner ersten Amtszeit und ähnlich gut wie George W. Bush.
Es gibt reichlich Anzeichen, dass die Wirtschaft den Tiefpunkt der großen Rezession überschritten hat. Das BIP sank im zweiten Quartal nur um ein Prozent im Vergleich zu 6,4 Prozent Minus im ersten, der S&P-500-Index der größten US-Unternehmen ist seit seinem Tief Anfang März um fast 48 Prozent gestiegen. Und das Beste: Im Juli gingen weniger Arbeitsplätze verloren, als Experten erwartet hatten.
Ehre, wem Ehre gebührt: Zwar geht die Goldmedaille für das Abwenden einer Depression an Fed-Chef Ben Bernanke und die Silbermedaille an die Führung Chinas für ihr noch gewaltigeres Konjunkturprogramm. Doch Obama verdient zumindest Bronze. Der Ratingagentur Moody's zufolge wurden dank des Konjunkturpakets mehr als 500.000 Arbeitsplätze gerettet.
Selbstzerstörerische Republikaner
Auch in der Außenpolitik ist diesem Präsidenten das Glück gewogen. Seine Rede in Kairo im Juni war ein großer Erfolg, mancher schreibt ihr gar die jüngsten Rückschläge zu, die die Hisbollah im Libanon und der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im eigenen Land erleiden mussten. Die Presse hat Ex-Präsident Clintons Befreiungsaktion zweier Journalistinnen in Nordkorea sehr positiv dargestellt - obwohl damit das verrückteste Regime der Welt für seine Raketenabschüsse belohnt wurde.

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