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Merken   Drucken   11.04.2009, 19:25 Schriftgröße: AAA

Geiseldrama vor Afrika: Kampf gegen somalische Piraten eskaliert  

Die Gefechte zwischen Seeräubern und Militärs im indischen Ozean werden heftiger. Am Samstag wurde ein amerikanisches Schlepper mit 16 Menschen an Bord gekapert. Außerdem haben die Piraten offenbar versucht, gekaperte Schiffe mit Geiseln als menschliche Schutzschilde gegen die US-Marine einzusetzen.
Der Vorsitzende des ostafrikanischen Seefahrerhilfsverbands, Andrew Mwangura, erklärte, das US-Schiff unter italienischer Flagge habe zwei Lastkähne gezogen, als es am Samstagmorgen überfallen wurde. Unter den Besatzungsmitgliedern sind zehn Italiener. Die Regierung in Rom bemühe sich um deren Freilassung, teilte die NATO in Brüssel mit.
Die Nationalität der übrigen sechs Seefahrer und Einzelheiten zu dem Zwischenfall waren zunächst nicht bekannt. Der italienische Botschafter in Nairobi, Pierandrea Magistrati, erklärte auf Anfrage, es gebe ein Schiff, das offenbar von somalischen Piraten entführt worden sei
Derweil ringt die US-Marine mit den Seeräubern weiter um den 53-Jährigen Kapitän Richard Phillips. Er befindet sich seit Mittwoch in der Gewalt der somalischen Piraten. Wie der US-Sender CNN am Samstag berichtete, nahmen andere Piraten mit gekaperten Schiffen Kurs auf das Rettungsboot, in dem Phillips mit seinen Geiselnehmern auf dem Indischen Ozean treibt. Den Seeräubern dürfte es nicht nur um Lösegeld, sondern vor allem um freies Geleit gehen. Auf dem Rettungsboot ist ihnen das Benzin ausgegangen. FBI-Experten sind in die Verhandlungen mit den Piraten eingeschaltet.
Am Ort des Dramas, rund 480 Kilometer vor der afrikanischen Küste, sind die Fregatte "USS Halyburton" mit Hubschraubern an Bord und das Kriegsschiff "USS Bainbridge" in Stellung gegangen. Ein drittes Kriegsschiff, die "USS Boxer" mit medizinischen Einrichtungen an Bord, wird ebenfalls in der Region südlich des Horns von Afrika erwartet.
Unter den von Piraten für die Konfrontation verwendeten Schiffen war zunächst auch die gekaperte "Hansa Stavanger" mit fünf Deutschen und 19 weiteren Besatzungsmitgliedern gewesen. Die Piraten hätten die "Hansa Stavanger" wegen der US- Militärpräsenz nahe dem Rettungsboot allerdings wieder zurück in den somalischen Hafen Eyl gesteuert, wie CNN unter Berufung auf einen somalischen Journalisten berichtete. Die Piraten seien offenbar durch die US-Kriegsschiffe und deren militärische Überlegenheit abgeschreckt worden.

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