Die Dinge zerfallen aber nicht nur wegen des Einflusses der Regierung in Dhaka. Mittlerweile wurde das gesamte Konzept der Mikrokredite in Frage gestellt. Besonders in Indien gerieten es in Verruf, nach dem verschuldete Frauen sich selbst angezündet hatten. Yunus forderte damals eine stärkere Kontrolle des Mikrokreditmarktes und verwies darauf, dass jede gute Idee auch schlecht umgesetzt werden könne. "Wer reich wird, weil er armen Menschen Geld leiht, ist ein Ausbeuter. Ein Kreditnehmer bei Grameen, der erkrankt, muss seine Raten beispielsweise nicht fristgerecht zurückzahlen." sagte Yunus am Freitag im Interview.
Auch gegen die Gamreen-Bank selbst häuften sich Anschuldigungen. In einem Dokumentarfilm wurde unterstellt, sie habe Geld zweckentfremdet - Vorwürfe, die sich später als haltlos erwiesen. Den Ruf des Wundermittels gegen Armut haben die Kleinstdarlehen trotzdem nicht mehr. Die Gerüchte und Probleme haben die Mikrokredite entzaubert.
Vielleicht kämpft Muhammad Yunus auch deshalb weiter, ficht die Pläne der Regierung an, plant, seine Ideen in anderen Ländern zu verbreiten. Es geht nicht mehr um seine Position. Aber um seinen Ruf und seine Idee.