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30.11.2009, 19:52
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Geschäfte mit dem Regenwald:
Mehr Kohle für mehr Bäume
Durch die Vernichtung der Regenwälder wird mehr CO2 ausgestoßen als im Straßenverkehr. In Kopenhagen sollen finanzielle Anreize geschaffen werden, um den Erhalt der Wälder zu sichern. Erste Länder wittern einen Reibach.
von Christiane von Hardenberg, Berlin
Noak Kapisa hört die Kasse schon klingeln. 42 Millionen Hektar Wald gibt es in der indonesischen Provinz Provinz Papua. Pro Hektar können 400 Tonnen CO2 gespeichert werden, rechnet der Chef der Papua Agency for Natural Resources Management and the Environment vor. Für eine Tonne CO2 werden derzeit 185.000 indonesische Rupien (13 Euro) gezahlt. Macht umgerechnet rund 218 Mrd. Euro, die in die Kassen Papuas fließen könnten. Wenn sich die Verhandler auf der Klimakonferenz in Kopenhagen nächste Woche auf ein Abkommen zur Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (Redd) einigen können.
Die Vernichtung der Regenwälder ist einer der größten Klimakiller. Durch die Umwandlung in Plantagen, Brandrodung und Raubbau verschwinden jede Minute 38 Fußballfelder Wald, macht jährlich 13 Millionen Hektar, die Fläche Griechenlands. Der renommierte Klimaforscher Nicholas Stern schätzt, dass die Waldrodung für rund 20 Prozent der Treibhausemissionen verantwortlich ist. In Ländern wie Indonesien oder Brasilien fällt die Bilanz noch dramatischer aus, dort machen sie 80 bzw. 75 Prozent des CO2-Ausstoßes aus.
Wird Redd verabschiedet, soll der Kleinbauer im indonesischen Papua künftig Geld dafür bekommen, dass er Bäume stehen lässt, statt sie etwa für die Anpflanzung von Ölpalmen zu roden. Laut Stern-Bericht werden jährlich 10 bis 15 Mrd. $ benötigt, um die Entwaldung um 50 Prozent zu reduzieren. Unklar ist, ob die Summe mithilfe eines Zertifikatehandels oder mit einem Fonds gestemmt werden soll. Fest steht: "Die entwickelten Länder werden zahlen müssen", so David McCauley von der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB).
Regenwaldflächen, Veränderung von 1990 bis 2005
Der Zertifikatehandel würde ähnlich funktionieren wie der Emissionshandel: Gemessen an der Vergangenheit gibt es für jede vermiedene CO2-Tonne ein Zertifikat. Diese Zertifikate können Industrieländer kaufen, um ihren Reduktionsverpflichtungen nachzukommen.
Der Mechanismus birgt allerdings einige Probleme, beispielsweise bei der Erfassung. "Der CO2-Ausstoß variiert von Wald zu Wald", sagt Tobias Riedl von Greenpeace. Die Bemessung des Referenzwertes ist ebenfalls problematisch. "Die Gefahr besteht, dass die Länder die Abforstung massiv in die Höhe treiben, um höhere Kompensationszahlungen zu erhalten", sagt McCauley.
Teil 2: "Korruption ist ein großes Problem"
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Aus der FTD vom 01.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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