Die US-Regierung will aufgrund von weltweiten Einsätzen das Heer weltweit vorübergehend um 22.000 Soldaten aufstocken. Verteidigungsminister
Robert Gates sagte am Montag, sonst bestehe die Gefahr, dass Washington nicht mehr ausreichend Truppen stationieren könne. Präsident
Barack Obama stehe hinter der Entscheidung, sagte Gates auf einer Pressekonferenz im Pentagon. Er hatte die Truppenstärke bereits kurz nach seinem Amtsantritt 2007 erhöht.
Wegen der Fortschritte im Irak würden dort zwar Soldaten abgezogen, in Afghanistan wegen der zunehmenden Gewalt aber verstärkt welche gebraucht, sagte Gates. Beide Kriege hätten dazu geführt, dass es immer mehr Soldaten gebe, die verletzt oder anderweitig nicht einsatzbereit seien. Außerdem sei in diesem Jahr die umstrittene Praxis eingestellt worden, Soldaten über ihre eigentliche Dienstzeit hinaus einzusetzen. Aufgrund der Belastungen durch die Kriege im Irak und Afghanistan bräuchten die USA in den kommenden drei Jahren mehr Soldaten, sagte Gates.
Keine zusätzlichen Finanzmittel
Zusätzliche Finanzmittel für die eingeplanten Soldaten werde er im Haushalt nicht beantragen, sagte Gates. Die Truppenaufstockung bedeute daher "schwierige Entscheidungen" innerhalb des Verteidigungsministeriums. Er halte sie aber für "einen wichtigen und notwendigen Schritt", betonte Gates. Der parteilose Senator Joseph Lieberman aus Connecticut, der im Komitee des US-Senats für die Streitkräfte sitzt, hatte eine Verstärkung von 30.000 Soldaten gefordert. Das US-Heer verfügt derzeit über 547.000 Soldaten.