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Merken   Drucken   27.07.2009, 08:25 Schriftgröße: AAA

GFK-Konsumbarometer: Konsumklima hellt sich deutlich auf  

Die Deutschen konsumieren als gäbe es keine Krise - zum vierten Mal in Folge verzeichnen die GFK-Marktforscher einen Anstieg ihres Konjunkturindex. Allerdings ist allzu große Freude verfrüht: Im Herbst wird ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet.
Stabile Preise und Anzeichen für ein Ende der Rezession haben die Kauflaune der Deutschen im Sommer gehoben. Für August prognostizieren die GfK-Marktforscher einen Anstieg ihres Konsumklimabarometers von 3,0 auf 3,5 Punkte. "Damit bleibt der private Konsum eine wesentliche Stütze der Konjunktur", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der am Montag veröffentlichten Umfrage unter 2000 Verbrauchern.
Mit dem vierten Anstieg in Folge erreichte der Index den höchsten Stand seit Juni 2008. Der Härtetest für die Konsumstimmung stehe aber erst im Spätherbst an, für den ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet wird.
Gehoben wurde die Kauflaune von der niedrigen Inflation. "Den Bürgern bleibt dadurch mehr Geld im Portemonnaie", sagte Bürkl. Die Teuerungsrate fiel im Mai auf null Prozent, im Juni lag sie bei 0,1 Prozent. Für die Sommermonate prognostizierten Experten sogar fallende Preise - das hat es zuletzt 1987 gegeben. Dadurch erwarten die Befragten, mehr Geld in der Tasche zu haben. Dazu trugen auch die Rentenerhöhung zum 1. Juli um 2,4 Prozent sowie sinkende Krankenkassenbeiträge und Einkommenssteuern bei. Die stabilen Preise erhöhten auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. "Bei den Verbrauchern sind derzeit technische Konsumgüter wie Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte beliebt", sagte Bürkl. Der Absatz von großen Küchengeräten habe von Januar bis Mai um 8,6 Prozent zugelegt. Bei Informations- und Unterhaltungselektronik gab es Zuwächse von 5,5 und 3,3 Prozent. Die Neuzulassungen von Autos stieg wegen der staatlichen Abwrackprämie sogar zweistellig. Befeuert wurde die Ausgabenfreude auch von den niedrigen Zinsen. "Sparen steht deshalb nicht sehr hoch im Kurs", sagte Bürkl.
Die Konjunkturaussichten bewerteten die Befragten den vierten Monat in Folge optimistischer. "Offenbar gehen die Verbraucher davon aus, dass die steile Talfahrt der Konjunktur zum Stillstand gekommen ist", sagte Bürkl. Auch das steigerte die Ausgabenfreude. Die Anzeichen für ein Ende der Rezession hatten sich zuletzt gemehrt: Die Industrie erhielt drei Mal in Folge mehr Aufträge, die Produktion legte zu und auch die Exporte stiegen. Analysten erwarten, dass die Wirtschaft im Sommer erstmals seit Anfang 2008 wieder wächst - wenn auch nur um 0,4 Prozent.
  • Reuters, 27.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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