Viele Beobachter fürchten, dass die regierenden Demokraten und die Republikaner eine Entscheidung über die Anhebung des Schuldenlimits bis zur letzten Minute aufschieben werden. Die Republikaner im Kongress wollen einer Anhebung der bisherigen Grenze nur unter der Bedingung zustimmen, dass zugleich drastische Ausgabenkürzungen beschlossen werden. Sie werfen Obama vor, Geld für das Reform des Gesundheitssystems zu verschleudern. Eine Defizitreduzierung über höhere Steuern lehnt die US-Opposition ab.
Amerikas Schuldenkrise ist...
Antwort 1:
beherrschbar
6%
Antwort 2:
schlimmer als die Europas
29%
Antwort 3:
eine Gefahr für die Weltwirtschaft
60%
Antwort 4:
ein nationales Problem
5%
16114 Stimmen
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Das Erreichen der Schuldengrenze sei keine Krise, sondern eine große Chance, um die Haushaltsdisziplin zu erhöhen, tönte kürzlich der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell. Dass die Weltmacht Nummer eins und größte Volkswirtschaft der Erde tatsächlich pleite gehen könnte, glauben sie nicht. Deshalb flirten sie aus innenpolitischem Kalkül mit dem brandgefährlichen kurzzeitigen Zahlungsausfall.
Seit ihrem Sieg bei den Kongresswahlen im November pochen die Republikaner auf drastische Einschnitte im Budget. Sie wollen 6000 Mrd. Dollar in zehn Jahren kürzen und dies vor allem über die Kappung staatlicher Ausgabenprogramme erreichen. Die Parteiführung fordert etwa eine Reform der staatlichen Krankenversicherungsprogramme für Rentner und arme Bürger, Medicare und Medicaid. Kürzungen im Verteidigungshaushalt, den Obama nicht außen vor lassen will, sind unter Konservativen umstritten.
Für die Demokraten sind dagegen Steuererhöhungen kein Tabu: Der Präsident möchte die Schulden in den nächsten zwölf Jahren um 4000 Mrd. Dollar abbauen, und zwar sowohl durch Ausgabenkürzungen als auch höhere Steuern. Den Republikaner-Vorschlag, Rentnern höhere Zuzahlungen bei der staatlichen Krankenversicherung zuzumuten, lehnen die Demokraten explizit ab. Sie sind besorgt, der Ansatz könnte zu sehr zulasten sozial schwacher Gruppen gehen.
Hinter dem Parteigezänk steht der anstehende Wahlkampf. Vor allem die Republikaner stehen unter dem Druck der populistischen Tea-Party-Bewegung. Diese "Fiskal-Fundamentalisten" lehnen höhere Belastungen für Besserverdienende kategorisch ab. Doch gerade der Wahlkampf könnte am Ende dazu führen, dass sich die Kontrahenten einigen: Keine Seite wird sich dem Risiko aussetzen wollen, für eine Finanzkrise verantwortlich gemacht zu werden, die das Land in eine neue Rezession stürzen könnte.