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  FTD-Serie: Energie der Zukunft

Deutschland ist auf Rohstoffimporte aus politisch instabilen Weltregionen angewiesen. Politik und Energiewirtschaft versuchen, diese Abhängigkeit zu verringern. Die FTD zeigt in einer Serie die Möglichkeiten: Von erneuerbaren Energien über Energieeinsparung bis zum Emissionshandel.

Merken   Drucken   15.09.2006, 07:00 Schriftgröße: AAA

Hickhack um deutsche Atompolitik  

Die internationalen Investitionen in neue Kernkraftwerke setzen die deutsche Energiepolitik unter Druck. Die Regierungskoalition streitet über den Atomausstieg. von Sebastian Thomas
Wohin geht die Kernkraft?   Wohin geht die Kernkraft?
Ende Juli fallen mehrere Stromaggregate im Atomkraftwerk Forsmark aus - der schwedische Meiler steht kurz vor der Kernschmelze. Auch für die deutschen Gegner der Kernspaltung ein Fanal. "Forsmark hat bestätigt, was spätestens seit Tschernobyl klar ist: Es gibt keine Sicherheit mit Atomkraft", sagt Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag.
Szenenwechsel: Mitte Juli treffen sich im russischen St. Petersburg die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen. Der amerikanische Präsident George W. Bush preist den Ausbau der Kernenergie als probates Mittel, den Klimawandel zu begrenzen. Der britische Premier Tony Blair, der noch vor drei Jahren die Atomenergie als "unattraktive Option" bezeichnet hatte, kündigt eine Kehrtwende an.
Finnland, Frankreich und Russland erklären, neue Kernkraftwerke bauen zu wollen. Selbst Italien, das der Atomenergie schon vor Jahren den Rücken gekehrt hatte, zieht nun den Neubau von Meilern in Erwägung. Schnell zeichnet sich ab: Die deutsche Regierung steht mit ihrem Bekenntnis zum Ausstieg aus der Atomkraft im Abseits.
Gudrun Kopp, Energie-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, warnt: "Frau Merkel macht Deutschland zum energiepolitischen Entwicklungsland." Unterstützung bekommt die Kritikerin von Joachim Pfeiffer, dem energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion: "Mit unserer Atompolitik sind wir keine Vorreiter, sondern die letzten Mohikaner."

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  • FTD.de, 15.09.2006
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