Nach Informationen der FTD soll ein US-Schlachtflugzeug vom Typ A-10 Thunderbolt, das speziell für den Bodenkampf im Tiefflug ausgelegt ist, die Gegner bombardiert haben. Außerdem sollen auch F-15-Jagdbomber am Einsatz beteiligt gewesen sein, allerdings ohne ihre Waffen abzufeuern.
Die Bundeswehr griff in das Gefecht etwa 15 Kilometer südwestlich von Kundus ein, nachdem sie von der afghanischen Armee (ANA) zur Hilfe gerufen worden war. Eine ANA-Einheit, die von belgischen Angehörigen der internationalen Schutztruppe Isaf begleitet wurde, war bei einem Angriff von Aufständischen in schwere Bedrängnis geraten. Die militanten Extremisten setzten die regulären Soldaten dabei so sehr unter Druck, dass ihnen die Munition auszugehen drohte. Als die Bundeswehr eintraf, war die ANA-Einheit bereits eingekesselt.
Daraufhin durchbrachen Soldaten der deutschen schnellen Eingreiftruppe (QRF) die Linien der Aufständischen und befreiten die afghanische Armeeeinheit aus ihrer Umzingelung. Insgesamt waren rund 200 Soldaten auf der Seite der ANA und der Bundeswehr im Einsatz. Insgesamt soll die Operation vom ersten Angriff der Aufständischen auf die ANA bis zum Ende fast sechs Stunden gedauert haben. Zwei ANA-Soldaten wurden im Gefecht getötet, zwei weitere Soldaten sollen verletzt worden sein, darunter ein Belgier. Auf der Gegenseite sollen mindestens fünf Angreifer getötet und vier verletzt worden sein. Deutsche Soldaten wurden nicht verletzt.
Schon einmal, bei einem Gefecht am 7. Juni, hatte die Bundeswehr US-Luftunterstützung angefordert. Doch mit Rücksicht auf mögliche zivile Opfer verzichtete die Bundeswehr vor zehn Tagen noch auf deren Einsatz. US-Luftangriffe mit Drohnen oder Kampfflugzeugen haben in der Vergangenheit immer wieder zahlreiche zivile Opfer gefordert und die westlichen Truppen in Afghanistan in Misskredit gebracht. Die Aufständischen versuchen andererseits, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde einzusetzen. Bei dem Gefecht am 7. Juni, bei dem ein deutscher Soldat schwer und ein weiterer leicht verletzt worden war, liefen etwa Mütter mit ihren Kindern quer über das Schlachtfeld. Am Montag sollen die Stellungen der Aufständischen jedoch klar auszumachen gewesen sein.