Die Schlacht ist geschlagen - der Sieger heißt Barack Obama. Hier finden Sie die aktuellsten Nachrichten und Reportagen, Analysen und Kommentare zum politischen Weltereignis in den USA.
"Ich glaube sehr stark an diese Kampagne", sagte die Bewerberin um die US-Präsidentschaftskandidatur. Dumm nur, dass Clintons Geldgeber vom Glauben abgefallen zu sein scheinen. Im Januar flossen 32 Mio. $ frisches Geld auf das Konto ihres parteiinternen Rivalen Barack Obama, aber nur 13,5 Mio. $ auf das von Hillary Clinton .
Dass ein Kandidat sich selbst Geld leiht, um Engpässe zu überbrücken, kommt im US-Wahlkampf immer wieder vor. Der Millionär Mitt Romney hat auf Seiten der Republikaner 35 Mio. $ aus seinem Vermögen investiert. 2004 hatte der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry sogar eine Hypothek auf sein Haus aufgenommen.
Doch für Hillary Clinton sind die finanziellen Nöte eindeutig das falsche Signal zur falschen Zeit. Sie kommt aus der Position der Favoritin, ihre Spendeneinnahmen von 115 Mio. $ hatten im vergangenen Jahr alle Rekorde gebrochen. "Das Wettrennen um Geld ist auf den Kopf gestellt", sagt Massie Ritsch vom Center for Responsive Politics, das Statistiken über die Spendeneinnahmen führt. "Jetzt ist Obama im Kommen."
Geld wird alles sein in den nächsten Wochen, in denen die Kandidaten nach dem Patt am Super Tuesday bei weiteren Vorwahlen um Delegierte für den Nominierungsparteitag ringen. Vor allem für Obama zählt jeder Dollar, den er in Fernsehspots und Reisen an Orte investieren kann, an denen ihn die Wähler noch nicht persönlich erlebt haben.
Hillary Clintons "Hillraiser", wie ihre Fundraiser sich nennen, kämpfen jetzt um den Spendenfluss im Internet. Doch Obama hat die neuen Medien bisher effektiver genutzt. Nach Angaben seiner Kampagne hat er seit dem Super Tuesday 7,2 Mio. $ durch Onlinespenden eingenommen. Clintons treueste Spender kommen aus der Industrie - darunter auch große Verteidigungskonzerne - und haben ihr legales Limit an Spenden für die Kandidatin bereits ausgeschöpft. Sie können also nicht mehr geben, selbst wenn sie wollten.
Doch auch Barack Obama kann nicht nur durch individuelle Onlinespenden überleben - auch wenn er sich seinen Wählern gern als Saubermann präsentiert, der keinen Cent von Konzernen und Lobbyisten annehme. Er verschweigt dabei geflissentlich, dass der größte Betreiber von Atomreaktoren in den USA, Exelon, seine Kampagne unterstützte.
So weit ist es schon gekommen: Selbstmitleidige Clinton-Mitarbeiter charakterisieren Obama als Mann des Establishments. Und die eigene Kandidatin als Underdog.