Gleichzeitig gehen Beobachter aber davon aus, die Notenbank Fed werde am Mittwoch ihren krassen Zinssenkungskurs abbremsen. Bis vor Kurzem hatten viele Volkswirte gefürchtet, die Wirtschaft werde nach dem heftigen Wachstumseinbruch zum Jahresende im Zuge der Immobilien- und Finanzkrise in eine Rezession abgleiten.
Hoffnung schöpften Beobachter nach der Veröffentlichung der Auftragseingänge für langlebige Güter; einer Schlüsselgröße für den Gang der Geschäfte in der Industrie. Zwar erhielten die Firmen im März insgesamt 0,2 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat. Allerdings stieg jene Größe, die letztlich in die Berechnung der Wirtschaftsleistung einfließt, um 1,2 Prozent.
Gemeinsam mit dem starken Wachstum der Waren, welche die Firmen auf ihre Lager nahmen, veranlasste dies viele Volkswirte, ihre Wachstumsprognosen anzuheben. Die Experten von Lehman Brothers etwa rechneten mit 0,7 Prozent zum Vorjahr nach zuvor 0,2 Prozent.
Dennoch warnen viele Beobachter, die Wirtschaft stehe selbst bei Ausbleiben einer Rezession vor einer längeren Phase mageren Wachstums. Damit schließen sie eine Rückkehr zu den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit vorerst aus. Zur Feststellung einer Rezession dient Experten die Faustformel, wonach die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft.
Besonders skeptisch waren die Ökonomen von Morgan Stanley. Sie schraubten zwar ihre Prognose für das erste Quartal von minus 0,1 auf plus 0,3 Prozent ebenfalls herauf. "Aber wir rechnen nun mit einem Minus von 2,9 Prozent im zweiten Quartal", schrieben sie.
Steuerschecks sollen Konsum ankurbeln
Dem halten andere Experten die wachstumsfördernde Wirkung der Steuerschecks entgegen, die die Regierung im Mai an viele Amerikaner schicken wird. Das milliardenschwere Paket soll die Konsumfreude ankurbeln.
Skeptischer zeigten sich die Topökonomen des Konjunkturschattenrats. Sie rechneten in der wöchentlichen FTD-Blitzumfrage im Schnitt mit einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 67,9 Prozent. In der Vorwoche waren es 66,2 Prozent.
Im Zentrum des Interesses stehen in der datenreichen ersten Maiwoche die Wachstumszahlen für das erste Quartal und die Zinsentscheidung der Währungshüter am Mittwoch. Daneben warten Beobachter auf die Konsumausgaben und die Stimmung der Firmen des verarbeitenden Gewerbes.