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  13.11.2009, 11:12    

Hypothekengarant braucht Kapital: Neue Gefahr für den US-Hausmarkt

Die USA stützen die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit Milliarden. Bald könnte der nächste Rettungsfall anstehen: Die Federal Housing Administration benötigt Kapital. Schuldner können sich auf höhere Prämien einstellen. von Tobias Bayer  Frankfurt
Den Vereinigten Staaten droht der nächste Stützungsfall. Die Kapitalreserven der Federal Housing Administration (FHA) fielen bis Ende September wesentlich schneller als gedacht. Mit 3,6 Mrd. $ beläuft sich der Puffer inzwischen nur noch auf 0,53 Prozent der 653 Mrd. $ an Hypotheken, die durch die FHA versichert werden. Regulatorisch vorausgesetzt ist ein Wert von zwei Prozent. "Zusätzliche Aktionen sind notwendig", sagte Shaun Donovan, dem dem Ministerium für Housing and Urban Development (HUD) vorsteht.
Der finanzielle Engpass bei der FHA verdeutlicht die anhaltenden Spannungen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Zwar ist der Hauspreisverfall gestoppt. Doch das ist zu einem großen Teil den Eingriffen von Regierung und Notenbank geschuldet.
Die Federal Reserve kauft bis März 2010 rund 1450 Mrd. $ an Hypothekenpapieren auf, die Regierung wiederum gewährte den Finanzierungsgesellschaften Fannie Mae und Freddie Mac Kreditlinien in Höhe von jeweils 200 Mrd. $. Darüber hinaus gibt es Steuergutscheine für Hauskäufer. Präsident Barack Obama  verlängerte die Hilfen bis Ende April 2010.
Der FHA kommt große Bedeutung zu. Ihr Marktanteil schwoll in diesem Jahr auf 63 Prozent an. Im Geschäftsjahr bis Ende September 2008 hatte er noch bei 24 Prozent gelegen. Nach Berechnungen der Bank of America machen FHA-Kredite mittlerweile rund die Hälfte aller neuen Darlehen für Eigenheimkäufe aus - nach lediglich zehn Prozent Anfang 2008. Allein das Volumen an garantierten Krediten für Einfamilienhäuser hat sich 2008 zum Vorjahr auf 180 Mrd. $ mehr als verdreifacht. Häufig ist die Bonität der Schuldner gering.
HUD-Chef Donovan wehrte sich gegen die Bezeichnung "Bail-Out". "Wir können die Konditionen der Kredite so verändern, um solch eine Rettung zu vermeiden", sagte Donovan. Das könnte bedeuten, dass sich die Garantieprämien erhöhen. Eine Parallele zum Subprime-Debakel hält er für abwegig: "Leute, die das behaupten, liegen mächtig falsch."

Teil 2: Härtere Zeiten für Hypothekennehmer

  • FTD.de, 13.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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