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Merken   Drucken   12.10.2008, 22:20 Schriftgröße: AAA

IASB gegen EU: Machtkampf um Bilanzregeln  

Die Bilanzwächter des International Accounting Standards Board (IASB) wollen einem Eingriff der EU in die Rechnungslegung zuvorkommen. Schon am Montag will das IASB daher das sogenannte Fair Value Accounting modifizieren. von Jennifer Hughes (London) und Herbert Fromme (Köln)
Dabei geht es um die Bewertung von Aktiva und Passiva nach dem aktuellen Zeitwert. Dem nichtstaatlichen IASB geht es dabei auch um die Verteidigung seiner alleinigen Kompetenz, verbindliche Bilanzregeln aufstellen zu dürfen. Vorige Woche hatte EU-Kommissar Charlie McCreevy angedroht, die EU werde rasch handeln, um Wettbewerbsnachteile für europäische Banken zu verhindern, sollte das IASB nicht handeln. Die Kommission kann allerdings nur auf die Gestaltung einzelner Teile der seit Anfang 2008 verbindlichen IFRS Einfluss nehmen. Sie kann die Regeln aber nicht ersetzen, sodass ihre Möglichkeiten begrenzt sind.
Neben Geschäftsbanken machen auch die Versicherer Druck auf das IASB und McCreevy. In Briefen vom 10. Oktober, die der FTD vorliegen, verlangt das sogenannte CFO-Forum von 20 großen europäischen Versicherern rasche Änderungen. Unterzeichnet wurde das Schreiben von Axa-Finanzchef Denis Duverne. Im CFO-Forum sind auch Allianz, Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück vertreten.
Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert in einem Diskussionspapier an die EU rasche Änderungen. "Wir würden eine international akzeptierte IASB-Lösung vorziehen", so der GDV. "Aber in der momentanen Situation wäre eine EU-Lösung besser als gar keine Veränderung."

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