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31.12.2011, 12:00
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Imran Khan:
Pakistans Playboy und Erlöser
Vom Außenseiter ist der Ex-Kricketstar Imran Khan binnen Kurzem zum ernsthaften Herausforderer des politischen Establishments in Pakistan aufgestiegen. Denn er bündelt die Wut und Enttäuschung der Massen.
von Christine Möllhoff, Neu-Delhi
Die Medien rissen Witze über ihn, seine Partei gewann in 15 Jahren nur einen einzigen Sitz im Parlament. Doch plötzlich feiern ihn die Massen wie einen Erlöser. Lange belächelt und verspottet, ist der frühere Kricketspieler Imran Khan beinahe über Nacht zu Pakistans neuem politischem Superstar aufgestiegen. Mindestens 100.000, manche sagen sogar, 200.000 Menschen kamen, als der 59-Jährige am Sonntag zu Protesten gegen die Regierung aufrief - und das auch noch in Karatschi, der Hochburg von Pakistans Präsidenten Asif Ali Zardari.
"Niemand kann diesen politischen Tsunami stoppen. Unsere Zeit ist gekommen!", rief Khan - und die Menge tobte. Inzwischen scheint nicht mehr völlig abwegig, dass er sogar Chancen hat, bei den nächsten Wahlen Regierungschef des 187 Millionen Einwohner starken Atomstaats zu werden. Sicher ist bereits: Der politische Außenseiter ist ein neuer Machtfaktor. Allein das ist eine Sensation: Pakistan mag auf dem Papier eine Demokratie sein, doch faktisch beherrschen - neben dem Militär - bis heute feudale Politdynastien das Land.
Große Hoffnung: Pakistans Kricketlegende Imran Khan will mit Unterstützung seiner Fans Regierungschef werden
Kricketlegende, Playboy und nun Politstar - Khans Lebenslauf bietet Stoff für ganze Bücher. Als Kricketspieler hat er Pakistan einst zu glorreichen Siegen geführt: Unter ihm als Kapitän gewann die Nationalmannschaft 1992 erstmals die Weltmeisterschaft, Khan wurde zum Nationalhelden. Nach seiner Sportlerkarriere machte er auch als jetsettender Casanova von sich reden.
1996 gründete Khan die Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf, die "Bewegung für Gerechtigkeit". Lange Jahre war er weitgehend erfolglos. Doch nun scheint seine Zeit gekommen: Indem er die Schwächen des Systems und der korrupten Eliten geschickt für sich nutzt, ist er zum neuen Hoffnungsträger derjenigen geworden, die auf einen politischen Neuanfang hoffen.
Dabei stört seine Fans wenig, dass er kein Wahlprogramm zu bieten hat und seine Botschaften simpel gestrickt sind: gegen Korruption, gegen die US-Politik in Afghanistan, gegen Washingtons Drohnenkrieg in Pakistan.
Teil 2: Alarm in Washington
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Aus der FTD vom 31.12.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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