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Merken   Drucken   08.04.2008, 21:18 Schriftgröße: AAA

IOC will nicht mehr lange fackeln  

Hochrangige Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees denken nach den teilweise handgreiflichen Protesten in London und Paris über einen Abbruch des Fackellaufs mit der olympischen Flamme nach. Aber China pocht auf die symbolträchtige PR-Veranstaltung. von Joachim Zepelin (Berlin) und Jens Weinreich (Peking)
"Wir sollten darüber diskutieren, das Feuer nur noch von Olympia ins Gastgeberland zu tragen", sagte der Australier Kevan Gosper am Dienstag. Nach amerikanischen Medienberichten bestehen die chinesischen Organisatoren aber auf einer Fortsetzung.
Seit die chinesischen Sicherheitskräfte vor drei Wochen gewaltsam Demonstrationen in Tibet niederschlugen, haben sich die Proteste gegen die Menschenrechtspolitik Pekings im Vorfeld der Olympischen Spiele immer weiter verstärkt. Die Demonstranten nutzen dabei die Vorbereitungen, die im August in Peking stattfinden, als öffentlichkeitswirksame Plattform für ihre Aktionen. China, das vor internationalem Publikum vor allem seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zur Schau stellen will, gerät dabei immer mehr in die Defensive. Am Montag war ein neuer Höhepunkt erreicht, als die olympische Flamme in Paris für 20 Minuten gelöscht war.
Am späten Dienstagnachmittag erklärte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sein Exekutivkomitee werde nach dem für Mittwoch geplanten Fackellauf in San Francisco am Freitag über die Lage beraten. "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen", sagte Rogge. Am Abend sickerte jedoch durch, dass die Entscheidung intern schon gefallen sein könnte. Danach soll die Fackel erst wieder in China entzündet werden. Geplant ist der Lauf in China vom 4. Mai bis zur Eröffnung der Spiele am 8. August. Auch der deutsche IOC-Vize Thomas Bach will dort die Fackel tragen. Er sagte am Dienstag: "Man muss sehr sorgfältig abwägen. Ein Abbruch würde auch ein Zurückweichen vor der Gewalt bedeuten."

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