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Merken   Drucken   23.01.2012, 19:52 Schriftgröße: AAA

Iran-Embargo: Konsequent und riskant

Leitartikel Die EU-Sanktionsbeschlüsse gegen den Iran machen eines deutlich: Wir steuern auf die letzte Runde im Poker um das iranische Atomprogramm zu. Nach den USA erhöhen auch die Europäer den Einsatz.
Selbst wenn die iranischen Ölimporte aus europäischer Sicht kaum sechs Prozent ausmachen und mit Saudi-Arabien schon ein potenter Ersatzlieferant bereitsteht: Zumindest kurzfristig erhöhen sich durch den Ölboykott und die möglichen Gegenreaktionen der Iraner die Gefahren für die Weltwirtschaft. Und für den Frieden in der Region. Denn es ist noch nicht ausgemacht, ob die Sanktionen eine militärische Eskalation verhindern oder diese gerade befördern werden.
Trotzdem sind die Boykottbeschlüsse konsequent und nachvollziehbar. Zu lange hat sich die internationale Gemeinschaft beim iranischen Atomprogramm vertrösten lassen in der Hoffnung, die Iraner würden ihre nuklearen Ambitionen zügeln. Das Gegenteil war der Fall: Auch wenn der Iran stets die rein zivile Nutzung seines Atomprogramms betont, sprechen alle Indizien für militärische Absichten, zuletzt der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde. Unwahrscheinlich, dass deren nächster Besuch im Iran Ende Januar beruhigendere Nachrichten zeitigen wird.
Mit ihren Iran-Beschlüssen ziehen die Europäer aber auch ein zweischneidiges Schwert. Denn der Druck von außen hilft dem Regime in Teheran, von der desaströsen Lage im Inneren abzulenken. Das liegt auch an der Geschichte des Landes. Schon 1951 gab es einen internationalen Ölboykott und danach einen CIA-Putsch. Seither ist die ausländische Verschwörung ein beliebter Popanz in der iranischen Politik. Und kaum einer im Iran, schon gar kein Kandidat bei den Parlamentswahlen im März, wird es sich leisten können, Kompromissbereitschaft in Sachen Atomprogramm zu zeigen. Einer - über alle Lager hinweg verbindenden - Angelegenheit von nationalem Prestige.
Nicht ohne Grund weist Schwedens Außenminister Carl Bildt denn auch darauf hin, dass Sanktionen allein nicht die Lösung sein können. Es braucht das wirklich internationale Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm, eine Isolation, die nicht nur als vom Westen initiierte angesehen werden kann. Doch dazu müssten vor allem Russland und China von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens überzeugt werden.
  • Aus der FTD vom 24.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 30.01.2012 08:57:34 Uhr   Iraner: Gewalt

    Es gibt so viele Atombomben zur Zeit in der Welt und kein Sau kummert sich um diese zu vernichten ?

  • 28.01.2012 13:51:20 Uhr   Z.w.ie(ü)bel: konsequent und riskant?
  • 25.01.2012 12:39:52 Uhr   Jermaine: Iran Embargo
  • 24.01.2012 10:25:07 Uhr   flippah: der Iran hat das Recht auf seiner Seite
  • 24.01.2012 10:13:37 Uhr   Strichnid: Der Westen
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