IAEA-Chef warnt vor Sanktionen gegen Iran und NordkoreaSanktionen könnten die Vertreter einer harten Linie in beiden Ländern stärken, sagte El Baradei in einer Rede an der Georgetown-Universität in Washington. Er sei noch nicht überzeugt, dass der Iran Atomwaffen entwickle, und er glaube, dass eine Vereinbarung mit Nordkorea über dessen Atomprogramm möglich sei.
"Wenn man einmal mit dem Verhängen von Strafen anfängt, bringt es die Vertreter einer harten Linie ans Ruder", sagte El Baradei. Er äußerte zudem generelle Zweifel, dass Sanktionen funktionieren. Wenn dieses Instrument aber in die Hand genommen
werde, dann "muss dies maßvoll getan werden, um eine Verhaltensänderung zu bewirken".
Zugleich müsse es mit dem Bemühen verbunden werden, die beiden Staaten in einen Dialog
einzubinden. "In allen diesen Angelegenheiten ist ein Dialog unverzichtbar", sagte El Baradei.
Den von Nordkorea verkündeten Atomtest charakterisierte El Baradei als Hilferuf, weil Nordkorea keine substanziellen Sicherheitsgarantien von den USA erhalten habe. Die
Internationale Gemeinschaft müsse alte Herangehensweisen hinter sich lassen und müsse herausfinden "wie wir die Herzen und das Denken" jener Länder verändern können, die darauf erpicht sind, die sensitive Atomtechnik zu entwickeln.
Zum Iran sagte El Baradei, es sei noch kein klares Urteil gefällt, ob der Iran Atomwaffen entwickle. Außerdem habe der Fall Libyen gezeigt, dass ein Land solche Ambitionen auch
aufgeben könne. Es gebe beim Iran noch Zeit und Möglichkeiten für Verhandlungen.