FTD.de » Politik » International » London warnt vor Kaltem Krieg in Nahen Osten

Merken   Drucken   18.02.2012, 14:34 Schriftgröße: AAA

Iranisches Atomprogramm: London warnt vor Kaltem Krieg in Nahen Osten

Großritannien Außenminister Hague malt ein Schreckensszenario an die Wand. Seiner Ansicht droht in der Region wegen der iranischen Atompläne ein Wettrüsten wie in den Zeiten des Ost-West-Konflikts. Nur gebe es keine Sicherheitsmechanismen.
© Bild: 2012 Reuters/STRINGER/IRAN
Großritannien Außenminister Hague malt ein Schreckensszenario an die Wand. Seiner Ansicht droht in der Region wegen der iranischen Atompläne ein Wettrüsten wie in den Zeiten des Ost-West-Konflikts. Nur gebe es keine Sicherheitsmechanismen.
Der britische Außenminister William Hague hat mit Blick auf das iranische Atomprogramm vor einem nuklearen Wettrüsten im Nahen Osten gewarnt. Der Iran lasse keinen Zweifel daran, dass er eine Atombombe bauen wolle, sagte er der Zeitung "The Daily Telegraph". Er halte ein neues atomares Wettrüsten wie im Kalten Krieg zwischen Ost und West für möglich. Allerdings fehlten die Sicherheitsmechanismen, wie sie damals zwischen dem Westen und der Sowjetunion wirksam gewesen seien.
Die iranische Regierung wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomenergie ein Programm zum Bau von Kernwaffen zu betreiben. Der Iran hat eine militärische Ausrichtung stets bestritten. Versuche die Führung in Teheran mit Sanktionen zum Einlenken zu bringen, waren bislang vergeblich.
Der britische Außenminister William Hague   Der britische Außenminister William Hague
"Wenn sie an der nuklearen Option festhalten, dann glaube ich, dass auch andere Staaten im Nahen Osten Atomwaffen entwickeln werden", sagte Hague. "Dann wäre die gefährlichste Phase der atomaren Aufrüstung seit der Erfindung der Atombombe erreicht, mit all ihren destabilisierenden Effekten in Nahost."
In Israel wird offen über einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen diskutiert, was die Sorgen vor einem militärischen Alleingang des jüdischen Staats gegen seinen islamischen Erzfeind vergrößerte. Hague machte deutlich, dass Großbritannien derzeit noch auf Verhandlungen und Sanktionen setze. "Wir favorisieren im Moment nicht die Idee, dass irgendjemand den Iran angreift." Großbritannien habe allen Beteiligten sehr deutlich gemacht, "dass wir militärisches Handeln nicht unterstützen", sagte er. Dennoch müssten grundsätzlich "alle Optionen" auf dem Tisch bleiben. Hague betonte, er sehe im Nahen Osten eine Krise heraufziehen, die in einem Desaster für die internationalen Politik enden könne.
Der Iran hatte zuletzt damit begonnen, Teile seiner umstrittenen Urananreicherung in eine unterirdische Bunkeranlage zu verlegen. Die USA und die Europäische Union verschärften daraufhin ihre Sanktionen gegen die Islamische Republik drastisch und erließen umfangreiche Strafmaßnahmen gegen den Öl- und Finanzsektor des Landes. Zuletzt signalisierte die iranische Regierung in einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ihre Gesprächsbereitschaft, ohne jedoch in die Details zu gehen.
Es gebe wachsende Besorgnis, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sich von Wirtschaftssanktionen nicht abschrecken lasse, sagte Hague. Großbritannien befürworte deshalb eine doppelgleisige Strategie mit Sanktionen und Druck auf der einen Seite und Verhandlungen auf der anderen Seite.
US-Präsident Barack Obama  entsandte unterdessen seinen nationalen Sicherheitsberater Tom Donilon zu Gesprächen nach Israel. Themen des zweitägigen Aufenthalts seien vor allem der Iran und Syrien, teilte das US-Präsidialamt mit. Obama hatte kürzlich erklärt, er glaube noch nicht, dass die israelische Regierung schon eine Entscheidung getroffen habe, wie sie auf die iranische Bedrohung reagieren wolle.
  • FTD.de, 18.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote