"Die weltweite Erholung setzt sich 2003 fort, wenn auch vergleichsweise langsam. Das Wachstum wird in den großen Währungszonen der Welt bis zum Jahresende unter seinem Potenzial liegen", heißt es IWF-Kreisen zufolge in dem neuesten Bericht. Für die Weltwirtschaft prognostiziert der IWF demnach ein Wachstum von 3,2 Prozent für 2003 nach 3,7 Prozent in der Herbstprognose. Vergangenes Jahr war die Weltwirtschaft um drei Prozent gewachsen. Das noch relativ kräftige Wachstum 2003 schreibe der IWF vor allem der Dynamik in asiatischen Schwellenländern und Transformationsländern zu.
Der IWF ist über die anhaltende Konjunkturflaute in Deutschland besorgter denn je. So scharf wie für kein anderes Land hat der Fonds seine Wachstumsprognose nach unten korrigiert: Für Deutschland erwarte der IWF nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent statt wie noch im September von zwei Prozent. Für die Euro-Zone liege die Prognose nach 2,3 Prozent im Herbst nun bei 1,1 Prozent. "Die Situation in Deutschland ist besonders Besorgnis erregend", heißt es dazu im Bericht. Eine Verabschiedung der angekündigten Arbeitsmarktreformen in Deutschland könne aber eine Wende für die deutsche Wirtschaft sein, sagte IWF-Chef Köhler.
Der IWF geht dem Bericht zufolge von einem kurzen Krieg aus, der sich nur begrenzt auf die Wirtschaft auswirkt. Im Jahresdurchschnitt wird ein Ölpreis von 31 $ je Barrel angenommen. IWF-Chef Horst Köhler hatte erst am Dienstag gesagt, der Irak-Krieg werde die Weltwirtschaft zwar nicht aus der Bahn werfen, fügte aber hinzu: "Es besteht das Risiko eines schlechteren Ergebnisses. Niemand kann das ausschließen." Die Furcht vor Terroranschlägen werde noch auf Jahre "wie eine Wolke über den Investoren und Konsumenten hängen". Nach dem raschen Vorstoß der US-Truppen in der irakischen Hauptstadt Bagdad richten die Akteure an den Finanzmärkten inzwischen den Blick schon auf die ungewisse Zukunft nach dem Krieg.