Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi
Grund für den Kurswechsel sei die Bekanntgabe der Schwangerschaft von Prinzessin Kiko gewesen, wodurch neue Hoffnungen auf einen männlichen Thronfolger aufgekommen seien, berichteten japanische Medien am Freitag.
Koizumi hatte bis zuletzt an einer Gesetzesinitiative festgehalten, nach der Prinzessinnen in der Thronfolge den Prinzen gleichgestellt werden sollen. Nach geltendem Recht dürfen in Japan den Thron nur männliche Nachkommen eines Kaisers besteigen. Seit 1965 wurde aber im Kaiserhaus kein Junge mehr geboren.
Koizumis Vorhaben war bei vielen Politikern auf Widerstand gestoßen, auch in den Reihen der konservativen Regierungspartei LDP. Einige Parteifreunde Koizumis sprechen sich nun dafür aus, bis zur Geburt des Kindes im Herbst abzuwarten, um zu sehen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.
Widerstand aus konservativen Kreisen
Die neuen Hoffnungen, dass Japan nach vier Jahrzehnten nun doch endlich noch einen männlichen Thronfolger bekommt, ermutigten konservative Kreise in ihrem Widerstand gegen die Gesetzesänderung. Dabei hat Umfragen zufolge eine Mehrheit der Bevölkerung nichts gegen eine Frau auf dem kaiserlichen Thron einzuwenden.
Die beiden Söhne von Kaiser Akihito haben bislang drei Töchter, denen allerdings die Thronfolge verwehrt ist. Eine Gesetzesänderung würde es allerdings der Tochter von Kronprinz Naruhito, der vier Jahre alten Aiko, ermöglichen, die erste japanische Kaiserin seit mehr als 200 Jahren zu werden.
Bringt Prinzessin Kiko gegen Ende September tatsächlich einen Jungen zur Welt, stünde er an dritter Stelle in der Thronfolge nach seinem Onkel, Kronprinz Naruhito, und seinem Vater. Prinzessin Kiko hat bereits zwei 14 und 11 Jahre alte Töchter.