lebt seit vier Monaten in dem Camp in Yayladagi. Auf die Frage, ob er Menschen hat sterben sehen, lächelt der 35-Jährigen sarkastisch. Bei 100 Leichen habe er aufgehört zu zählen, sagt er.
Hamsho kommt aus Latakia und hat dort als Gemüsehändler gearbeitet. Als Hamsho sah, wie ein Soldat ein zweijähriges Mädchen auf der Straße erschoss, wusste er, dass die Situation aussichtslos ist und floh über die Grenze. Hamsho zeigt auf seinem Handy ein Video. Zu sehen ist ein Mann, der beladen mit einer Reisetasche eine Straße entlanggeht. Plötzlich fällt er leblos zu Boden. Hamsho sagt, der Mann sei syrischer Flüchtling und hätte grade türkischen Boden betreten. Da habe ihn ein Scharfschütze aus Syrien erschossen.
Tötungskommandos auf Lastwagen
Hamsho deutet mit dem Zeigefinger auf seinen Kehlkopf, dann auf die Stirn und auf die Schläfe. Die Schüsse seien immer gezielt, sagt er. Hamsho spricht täglich über Skype mit Demonstranten in Homs. Vor ein paar Tagen hat er sich der Freien Syrischen Armee angeschlossen. Wenn es sein muss, wird er kämpfen, sagt er.
Am Straßenrand hält der Laster einer Baufirma. Arbeiter springen von der Ladefläche. Hamsho dreht sich erschrocken um. Die Szene erinnert ihn an Latakia, wo die Tötungskommandos der Geheimpolizei mit ähnlichen Fahrzeugen unterwegs sind.