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Merken   Drucken   09.02.2009, 22:52 Schriftgröße: AAA

Kampf um Konjunkturprogramm: Obama steht wieder auf der Straße  

US-Präsident Barack Obama hatte drei harte Wochen im Kongress in Washington. Nun sucht er die Unterstützung der Bevölkerung in Indiana und Florida, um direkt für sein Konjunkturprogramm zu werben. von Sabine Muscat (Washington)
Es war alles wieder wie zu Wahlkampfzeiten: Barack Obama  wurde in Elkhart erwartet, und schon am frühen Morgen war die Schlange vor der Turnhalle der Concord High School "länger als ein Footballfeld", wie der Reporter der "Elkhart Truth" beobachtete. "Es ist kalt, aber es lohnt sich", zitierte er die Krankenschwester in der Ausbildung, Angela Goins. "Es ist Geschichte." Zweimal war Obama als Präsidentschaftskandidat in der kleinen Stadt in Indiana gewesen. Nun kam er als Präsident der USA zurück. "Jetzt ist die Zeit zum Handeln gekommen", sagte er und warnte den Kongress vor weiterem Zögern. "Die Menschen hier in Elkhart und anderswo in Amerika brauchen jetzt Hilfe."
In der Kleinstadt in Indiana, nicht weit von Obamas Heimatstadt Chicago, ist nichts besser geworden, seit Obama Präsident ist. Auf 15,3 Prozent ist die Arbeitslosenquote in der 52.000-Einwohner-Stadt gesprungen - damit ist sie nationaler Spitzenreiter. Früher war Elkhart nationaler Spitzenreiter bei der Produktion von Wohnmobilen. Aber wer will die noch kaufen, wenn keiner mehr verreist?
Elkhart ist trist genug, um als Kulisse für einen Präsidenten zu dienen, der der Nation erklären will, warum der Staat über 800 Mrd. $ ausgeben soll, um das Land aus der Rezession zu holen. Im Kongress in Washington hat Obama in den letzten Wochen viel Gegenwind bekommen. Bei der ersten Abstimmung im Repräsentantenhaus schlug sich kein einziger Republikaner auf die Seite der Regierung. Bei der Abstimmung am Dienstag im Senat kann Obama nach einem Kompromiss am Wochenende immerhin mit ein paar Stimmen aus dem anderen Lager rechnen. Und kaum jemand zweifelt daran, dass es auch zwischen Haus und Senat einen Kompromiss geben wird und Obama wie geplant am 16. Februar ein Gesetz unterschreiben kann.

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