Die Kritik an Papst Benedikt XVI. wegen der Rehabilitierung des umstrittenen Bischofs Richard Williamson reißt nicht ab. Israel drohte deswegen mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan.
Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, bezeichnete es als unverzeihlich, dass ein Holocaust-Leugner gesellschaftsfähig gemacht werde. Der Theologe Hans Küng sprach sich gar für eine Ablösung des Papstes aus. Dieser mache sich offensichtlich keine Vorstellungen, wie verheerend sein Tun aufgenommen werde.
Der britische Bischof Williamson hatte in einem Interview erklärt, es gebe Beweismaterial, das gegen die mutwillige Vergasung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs spreche. Es seien vielleicht 200.000 bis 300.000 Juden in Konzentrationslagern umgekommen, aber kein einziger von ihnen sei vergast worden.
Der Papst hatte am vergangenen Wochenende dennoch nach mehr als 20 Jahren die Exkommunikation von Williamson und drei anderen Bischöfen der ultrakonservativen katholischen Bruderschaft Pius X. aufgehoben. Dies hat zu einem schweren Zerwürfnis mit Vertretern des Judentums und zu massiver Kritik seitens katholischer Theologen geführt.
Am Freitag bat Williamson den Papst um Entschuldigung. Seine Äußerungen seien "unbedacht" gewesen. Er nahm jedoch nichts zurück.
Ungeachtet dessen sagte der israelische Minister für Religionsangelegenheiten, Jizchak Cohen im "Spiegel", er empfehle, "die Verbindungen mit einer Körperschaft, in der Holocaust-Leugner und Antisemiten Mitglied sind, vollständig abzubrechen".