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  FTD-Serie: Krieg im Kaukasus

Das georgische Pulverfass ist explodiert: Aus dem seit Jahren schwelenden Konflikt um die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien ist ein offener Krieg zwischen Georgien und Russland geworden. Eine FTD-Serie über das Kriegsgeschehen und die Hintergründe.

Merken   Drucken   17.08.2008, 17:01 Schriftgröße: AAA

Kaukasus-Konflikt: Merkel für Nato-Beitritt Georgiens  

Krisendiplomatie in Tiflis: Die Bundeskanzlerin sieht Georgien als souveränen Staat. Das Land bleibe darum für die Nato ein Beitrittskandidat. Merkel forderte von Russland wie vereinbart den Abzug der Truppen - unverzüglich.
"Georgien wird, wenn es das will, und das will es ja, Mitglied der Nato sein", sagte Merkel am Sonntag unmittelbar nach ihrem Treffen mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili in Tiflis. "Für mich hat sich die Lage an dieser Stelle nicht verändert." Merkel sagte Georgien in diesem Zusammenhang Hilfe beim Wiederaufbau militärischer Anlagen zu. Darüber könne beim Nato-Rat in Brüssel am Dienstag schon gesprochen werden." Sie bekräftigte, dass Georgien ein souveräner Staat sei. Sie erwarte, dass der Sechs-Punkte-Plan umgesetzt werde.
Merkel forderte Russland auf, gemäß dem Waffenstillstandsabkommen schnell seine Truppen aus dem georgischen Kernland abzuziehen. Zudem sprach sie sich erneut für die baldige Entsendung weiterer internationaler Beobachter aus. "Aus meiner Sicht muss das aber schnell geschehen", sagte sie. Das sei vor dem Hintergrund des laufenden russischen Truppenabzugs und der anstehenden Bildung einer Sicherheitszone wichtig. Die Kanzlerin forderte auch den ungehinderten Einsatz von Helfern des Internationalen Roten Kreuzes.
Die Kanzlerin rief alle Beteiligten dazu auf, "nicht ewig in der Ursachenforschung zu verharren, sondern den Blick nach vorne zu richten". Als Bedingung für eine nachhaltige Konfliktlösung nannte sie erneut die territorialer Integrität Georgiens. Zudem schlug sie ein Treffen der EU mit Georgien und kaukasischen Nachbarstaaten vor. Merkel hielt sich am Sonntag nur wenige Stunden in Tiflis auf.
Russen wollen Truppen ab Montag abziehen
Der russische Präsident Dmitri Medwedew kündigte unterdessen den Beginn des Truppenabzugs aus dem Konfliktgebiet für Montag an. Die Maßnahme betreffe jene Einheiten, die zur Verstärkung der russischen Friedenstruppen an der Offensive in Georgien teilgenommen hätten, sagte Medwedew am Sonntag in einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Das meldete die Agentur Interfax.
Die Militärführung dementierte russische Medienberichte aus der Nacht, wonach erste, nicht mehr benötigte Einheiten abrückten. "Eine Entscheidung über den Abzug der Einheiten der 58. Armee und der Luftlandetruppen aus Südossetien wird je nach Stabilisierung der Lage in der Region getroffen", hatte zuvor ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau gesagt.

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